Lebensmittel retten:Too Good To Go, Rettertüte & Co.

Rund 76 kg Essen wirft jeder in Deutschland pro Jahr weg. Mit Too Good To Go, der Rettertüte im Supermarkt oder foodsharing rettest du Lebensmittel und zahlst deutlich weniger.

Drei Wege im direkten Vergleich

Too Good To Go hat die größte Auswahl, die Rettertüte ist pro Kilo am günstigsten, und bei foodsharing kostet es gar nichts. Welcher Weg passt, hängt davon ab, was du suchst.

  • Günstigster Kilopreis

    Rettertüte

    Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern direkt im Supermarkt

    3 €für bis zu 5 kg bei Lidl und Kaufland

    • Lidl, Kaufland, teils Edeka
    • keine App nötig
    • je nach aussortierter Ware
    Mehr zur Rettertüte
  • Kostenlos

    foodsharing

    Ehrenamtlich gerettet, frei zugänglich in Fairteilern

    0 €geldfrei und werbefrei

    • öffentliche Fairteiler
    • selbst Foodsaver werden
    • rund 18.000 t gerettet (2023)
    Mehr zu foodsharing

Weitere Angebote

Angaben laut Anbietern, Verbraucherzentrale und Presse, Stand 26.10.2026. Ich habe die Angebote nicht selbst getestet, keiner der Links ist ein Partnerlink.

Wo Lebensmittel im Müll landen

Bevor es ums Sparen geht, lohnt ein Blick auf das Problem. Den größten Anteil an der Verschwendung haben nicht Supermärkte oder Restaurants, sondern private Haushalte:

Deutschland 2023 Wo Lebensmittel im Müll landen 10,9 Millionen Tonnen im Jahr, das sind 131 kg pro Kopf

Mehr als die Hälfte der Lebensmittelabfälle entsteht zu Hause: 76 kg pro Person und Jahr. Hier kannst du direkt etwas ändern und sparst dabei Geld.

  1. Private Haushalte 6,3 Mio. t76 kg pro Kopf
  2. Verarbeitung und Herstellung 1,9 Mio. t23 kg pro Kopf
  3. Restaurants und Kantinen 1,8 Mio. t21 kg pro Kopf
  4. Handel 0,7 Mio. t9 kg pro Kopf
  5. Landwirtschaft 0,2 Mio. t2 kg pro Kopf

Ziel bis 2030: Laut EU-Abfallrahmenrichtlinie sollen Handel, Gastronomie und Haushalte ihre Lebensmittelabfälle pro Kopf um 30 % senken, verglichen mit 2021 bis 2023.

Quelle: Eurostat (env_wasfw, Stand 28.09.2026), Meldung des Umweltbundesamts; Ziel laut Umweltbundesamt.

Die drei Wege im Detail

Welcher Weg passt zu dir?

Empfehlung nach Situation
Du willstPasst am besten
Günstig Essen für heute AbendToo Good To Go
Große Menge Obst und Gemüse für wenig GeldRettertüte bei Lidl oder Kaufland
Gar nichts zahlenfoodsharing-Fairteiler oder Obst ernten mit Mundraub
Vorräte und Trockenware liefern lassenSirplus oder Retterbox
Wenig Geld und Anspruch auf UnterstützungTafel

Was du sparen kannst

Ein Haushalt gibt laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 457 € im Monat für Lebensmittel und Getränke aus. Gerettete Lebensmittel ersetzen davon einen Teil. Too Good To Go rechnet selbst vor, dass Nutzer mit ein bis zwei Tüten pro Woche rund 630 € im Jahr sparen. Das ist eine Angabe des Anbieters und setzt voraus, dass du die Tüte statt eines normalen Einkaufs nutzt und nichts davon wegwirfst.

Bei der Rettertüte ist die Rechnung einfacher: 3 € für bis zu 5 kg Obst und Gemüse sind weniger als ein Euro pro Kilo. Lohnt sich aber nur, wenn du die Menge in den nächsten Tagen auch verarbeitest.

Zu Hause weniger wegwerfen

Das hilft

  • Einkaufsliste und WochenplanWer weiß, was er kocht, kauft weniger, das später schlecht wird.
  • EinfrierenBrot, Brötchen und gekochte Reste portionsweise einfrieren, gerade nach einer großen Rettertüte.
  • Mindesthaltbarkeit prüfen statt wegwerfenDas MHD ist kein Verfallsdatum. Anschauen, riechen, probieren.

Das bremst

  • Zu viel auf einmal rettenFünf Kilo Gemüse sind nur ein Schnäppchen, wenn du sie auch isst.
  • Großpackungen aus PrinzipDer niedrigere Kilopreis bringt nichts, wenn die Hälfte im Müll landet.
  • Ohne Blick in den Kühlschrank einkaufenVor dem Einkauf kurz schauen, was noch da ist.

Häufige Fragen zum Lebensmittelretten

Die bekanntesten Wege sind Too Good To Go (Überraschungstüten meist für 3,50 bis 5 €), die Rettertüte im Supermarkt (bei Lidl und Kaufland 3 € für bis zu 5 kg Obst und Gemüse) und foodsharing, wo gerettete Lebensmittel kostenlos in öffentlichen Fairteilern liegen.

Laut Eurostat waren es 2023 rund 10,9 Millionen Tonnen, also 131 kg pro Kopf. 58 % davon entstehen in privaten Haushalten, das sind 76 kg pro Person und Jahr.

Too Good To Go bietet mehr Auswahl, von Backwaren bis zu ganzen Gerichten, du weißt aber vorher nicht genau, was drin ist. Die Rettertüte bei Lidl oder Kaufland ist günstiger pro Kilo, enthält aber nur Obst und Gemüse und ist nicht in jeder Filiale jeden Tag vorrätig.

Ja. foodsharing ist geldfrei, werbefrei und nicht kommerziell. Ehrenamtliche Foodsaver holen bei Betrieben ab und verteilen die Lebensmittel, unter anderem über öffentliche Fairteiler, aus denen sich jeder bedienen darf.

Nein. Motatos hat sich aus Deutschland zurückgezogen, der letzte Bestelltag war der 4. Mai 2026. Seit dem 1. September 2026 gibt es mit der Retterbox einen neuen Online-Shop für gerettete Trockenware in Deutschland und Österreich.

Menschen mit geringem Einkommen, nachgewiesen meist per Bescheid vom Jobcenter, der Rentenversicherung oder über Wohngeld oder BAföG. Die genaue Einkommensgrenze legt jede Tafel selbst fest.

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Transparenz: Auf dieser Seite gibt es keine Partnerlinks, ich habe mit keinem der Anbieter eine Werbepartnerschaft. Quellen: Angaben der Anbieter, Verbraucherzentrale, Statistisches Bundesamt (Laufende Wirtschaftsrechnungen 2024), Eurostat und Umweltbundesamt, Stand 26.10.2026.