Wo Lebensmittel im Müll landen
Bevor es ums Sparen geht, lohnt ein Blick auf das Problem. Den größten Anteil an der Verschwendung haben nicht Supermärkte oder Restaurants, sondern private Haushalte:
Mehr als die Hälfte der Lebensmittelabfälle entsteht zu Hause: 76 kg pro Person und Jahr. Hier kannst du direkt etwas ändern und sparst dabei Geld.
- Private Haushalte 6,3 Mio. t76 kg pro Kopf
- Verarbeitung und Herstellung 1,9 Mio. t23 kg pro Kopf
- Restaurants und Kantinen 1,8 Mio. t21 kg pro Kopf
- Handel 0,7 Mio. t9 kg pro Kopf
- Landwirtschaft 0,2 Mio. t2 kg pro Kopf
Ziel bis 2030: Laut EU-Abfallrahmenrichtlinie sollen Handel, Gastronomie und Haushalte ihre Lebensmittelabfälle pro Kopf um 30 % senken, verglichen mit 2021 bis 2023.
Quelle: Eurostat (env_wasfw, Stand 28.09.2026), Meldung des Umweltbundesamts; Ziel laut Umweltbundesamt.
Die drei Wege im Detail
Too Good To Go ErfahrungenWas in den Tüten steckt, was sie kosten, wie das Stornieren klappt und was Verbraucherschützer kritisieren.Zum Check →
Rettertüte im SupermarktLidl, Kaufland und Edeka: Preise, Inhalt und wann du die Tüten bekommst.Zum Überblick →
foodsharingKostenlose Lebensmittel aus Fairteilern und wie du selbst Foodsaver wirst.Zum Ratgeber →
Welcher Weg passt zu dir?
| Du willst | Passt am besten |
|---|---|
| Günstig Essen für heute Abend | Too Good To Go |
| Große Menge Obst und Gemüse für wenig Geld | Rettertüte bei Lidl oder Kaufland |
| Gar nichts zahlen | foodsharing-Fairteiler oder Obst ernten mit Mundraub |
| Vorräte und Trockenware liefern lassen | Sirplus oder Retterbox |
| Wenig Geld und Anspruch auf Unterstützung | Tafel |
Was du sparen kannst
Ein Haushalt gibt laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 457 € im Monat für Lebensmittel und Getränke aus. Gerettete Lebensmittel ersetzen davon einen Teil. Too Good To Go rechnet selbst vor, dass Nutzer mit ein bis zwei Tüten pro Woche rund 630 € im Jahr sparen. Das ist eine Angabe des Anbieters und setzt voraus, dass du die Tüte statt eines normalen Einkaufs nutzt und nichts davon wegwirfst.
Bei der Rettertüte ist die Rechnung einfacher: 3 € für bis zu 5 kg Obst und Gemüse sind weniger als ein Euro pro Kilo. Lohnt sich aber nur, wenn du die Menge in den nächsten Tagen auch verarbeitest.
Zu Hause weniger wegwerfen
Das hilft
- Einkaufsliste und WochenplanWer weiß, was er kocht, kauft weniger, das später schlecht wird.
- EinfrierenBrot, Brötchen und gekochte Reste portionsweise einfrieren, gerade nach einer großen Rettertüte.
- Mindesthaltbarkeit prüfen statt wegwerfenDas MHD ist kein Verfallsdatum. Anschauen, riechen, probieren.
Das bremst
- Zu viel auf einmal rettenFünf Kilo Gemüse sind nur ein Schnäppchen, wenn du sie auch isst.
- Großpackungen aus PrinzipDer niedrigere Kilopreis bringt nichts, wenn die Hälfte im Müll landet.
- Ohne Blick in den Kühlschrank einkaufenVor dem Einkauf kurz schauen, was noch da ist.
Häufige Fragen zum Lebensmittelretten
Die bekanntesten Wege sind Too Good To Go (Überraschungstüten meist für 3,50 bis 5 €), die Rettertüte im Supermarkt (bei Lidl und Kaufland 3 € für bis zu 5 kg Obst und Gemüse) und foodsharing, wo gerettete Lebensmittel kostenlos in öffentlichen Fairteilern liegen.
Laut Eurostat waren es 2023 rund 10,9 Millionen Tonnen, also 131 kg pro Kopf. 58 % davon entstehen in privaten Haushalten, das sind 76 kg pro Person und Jahr.
Too Good To Go bietet mehr Auswahl, von Backwaren bis zu ganzen Gerichten, du weißt aber vorher nicht genau, was drin ist. Die Rettertüte bei Lidl oder Kaufland ist günstiger pro Kilo, enthält aber nur Obst und Gemüse und ist nicht in jeder Filiale jeden Tag vorrätig.
Ja. foodsharing ist geldfrei, werbefrei und nicht kommerziell. Ehrenamtliche Foodsaver holen bei Betrieben ab und verteilen die Lebensmittel, unter anderem über öffentliche Fairteiler, aus denen sich jeder bedienen darf.
Nein. Motatos hat sich aus Deutschland zurückgezogen, der letzte Bestelltag war der 4. Mai 2026. Seit dem 1. September 2026 gibt es mit der Retterbox einen neuen Online-Shop für gerettete Trockenware in Deutschland und Österreich.
Menschen mit geringem Einkommen, nachgewiesen meist per Bescheid vom Jobcenter, der Rentenversicherung oder über Wohngeld oder BAföG. Die genaue Einkommensgrenze legt jede Tafel selbst fest.



