Vorweg ehrlich: Ich habe Too Good To Go nicht regelmäßig genutzt, die Screenshots unten stammen aus der App. Diese Seite fasst zusammen, was der Anbieter angibt, was die Verbraucherzentrale in ihrem App-Test schreibt und wie Nutzer die Tüten bewerten.
So funktioniert Too Good To Go
- App laden und Standort wählenDie App ist kostenlos. Du siehst Angebote von Bäckereien, Supermärkten, Restaurants und Hotels in deiner Nähe.
- Überraschungstüte reservierenDu siehst Preis, Abholzeit und die grobe Kategorie, aber nicht den genauen Inhalt. Bezahlt wird direkt in der App.
- Im Zeitfenster abholenMeist kurz vor Ladenschluss. Vor Ort zeigst du die Bestellung in der App.
- BewertenNach der Abholung kannst du die Tüte bewerten. Das hilft anderen, gute Betriebe zu finden.
Was kostet eine Tüte?
Die meisten Tüten kosten 3,50 bis 5 €. Die Verbraucherzentrale nennt in ihrem Test als Beispiele 3,50 € für eine Supermarkt-Tüte und 4,50 € für eine Sushi-Tüte. Gegenüber Betrieben wirbt Too Good To Go damit, dass Tüten um 25 bis 50 % unter dem Originalwert verkauft werden.
Für dich ist die App kostenlos. Die Betriebe zahlen laut Verbraucherzentrale 1,15 € Provision pro verkaufter Tüte und eine Verwaltungsgebühr von 39 € im Jahr (Stand Dezember 2024).

Die Beispiele aus der App zeigen das Muster gut: Eine Bäckerei-Tüte mit 12 € Warenwert kostet 4 €, eine Festtagstüte für 9 € Warenwert 3 €, eine Rescue-Box für 15 € Warenwert 4,99 €. Du zahlst also rund ein Drittel des angegebenen Warenwerts. Wie viel tatsächlich drin ist, siehst du erst bei der Abholung.
Was ist in der Tüte?
Das ist das Prinzip: eine Überraschung. Der Betrieb weiß selbst erst kurz vor Ladenschluss, was übrig bleibt. Du siehst vorher nur die Kategorie, zum Beispiel Backwaren, Lebensmittel oder ein Gericht, und die Bewertungen anderer Nutzer. Genau hier liegt auch der häufigste Kritikpunkt: In Bewertungen beschweren sich Nutzer über zu wenig Inhalt oder Ware, die sehr kurz vor dem Ablauf steht.
Stornieren und Erstattung
Laut Too Good To Go kannst du eine Bestellung bis zwei Stunden vor Beginn der Abholzeit in der App stornieren und bekommst den vollen Betrag automatisch zurück. Holst du nicht oder zu spät ab, gibt es kein Geld zurück. Maßgeblich sind die aktuellen Nutzungsbedingungen in der App.
Neu: Pakete und mehr als Essen
Seit Juli 2024 verschickt Too Good To Go auch Pakete mit geretteten Lebensmitteln, seit November 2025 aus einem Lager in Schifferstadt für Deutschland und Österreich. Seit Oktober 2026 gibt es zusätzlich Überraschungstüten aus neuen Bereichen: Haushalt, Blumen und Pflanzen, Heimtierbedarf, Hautpflege und Nahrungsergänzung.
Too Good To Go: Vor- und Nachteile
Das spricht dafür
- Deutlich unter LadenpreisTüten kosten meist 3,50 bis 5 €. Gegenüber Betrieben nennt Too Good To Go einen Rabatt von 25 bis 50 % auf den Originalwert.
- Riesige AuswahlRund 26.000 Partnerbetriebe in Deutschland, von der Bäckerei bis zum Hotel-Buffet.
- App kostenlosFür Nutzer gibt es keine Gebühr. Die Betriebe zahlen eine Provision pro Tüte.
- Gut gegen VerschwendungDu kaufst, was sonst im Müll landen würde.
Das spricht dagegen
- Keine QualitätsgarantieDie Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass es für die Qualität der Produkte keine Garantie gibt.
- Inhalt ist GlückssacheHäufige Beschwerden: zu wenig Inhalt oder Ware kurz vor Ablauf. Wählerisch sein geht nicht.
- Feste AbholzeitenWer zu spät kommt, verliert Tüte und Geld.
- Werbung und DatenPush-Mitteilungen enthalten Werbung, vom Login über Apple, Google oder Facebook rät die Verbraucherzentrale ab.
Tipps für gute Tüten
- Favoriten und BenachrichtigungenBeliebte Betriebe sind schnell ausverkauft. Favoriten speichern und Push-Mitteilungen aktivieren.
- Bewertungen lesenDie Sterne zeigen, ob ein Betrieb regelmäßig gut füllt.
- Einfrieren einplanenBackwaren direkt portionieren und einfrieren, dann lohnt auch eine große Tüte.
- Kurz vor der Abholzeit schauenStornierte Tüten werden wieder frei.
Häufige Fragen zu Too Good To Go
Meist 3,50 bis 5 €. Die Verbraucherzentrale nennt als Beispiele 3,50 € für eine Supermarkt-Tüte und 4,50 € für Sushi. Die App selbst ist kostenlos.
Ja, laut Too Good To Go bis zwei Stunden vor Beginn der Abholzeit über die Bestellung in der App, das Geld wird dann automatisch erstattet. Wer nicht oder zu spät abholt, bekommt nichts zurück.
Das weiß vorher niemand genau, auch der Betrieb nicht, weil erst am Ende des Tages feststeht, was übrig bleibt. Du siehst aber die Kategorie, etwa Backwaren, Lebensmittel oder Gericht, und Bewertungen anderer Nutzer.
Ja. Hinter der App steht ein Unternehmen aus Kopenhagen mit deutscher Gesellschaft in Berlin. In Deutschland hat die App nach eigenen Angaben über 19 Millionen registrierte Nutzer und rund 26.000 Partnerbetriebe.
Wenn du die Lebensmittel wirklich isst, ja. Too Good To Go rechnet vor, dass Nutzer mit ein bis zwei Tüten pro Woche rund 630 € im Jahr sparen. Wer viel davon wegwerfen muss, spart nichts.
