Wohin das Geld geht
Bevor du ein Haushaltsbuch anlegst, hilft ein Blick auf den Durchschnitt. So verteilen sich die Konsumausgaben eines Haushalts in Deutschland:
- Wohnen und Energie 1.181 €36,3 %
- Lebensmittel und Getränke 457 €14 %
- Verkehr 448 €13,8 %
- Freizeit, Sport, Kultur 309 €9,5 %
- Restaurant und Hotel 215 €6,6 %
- Möbel und Haushaltsgeräte 148 €4,5 %
- Handy, Internet, Medien 140 €4,3 %
- Kleidung und Schuhe 114 €3,5 %
- Gesundheit 110 €3,4 %
- Sonstiges 135 €4,1 %
64 % gehen in nur drei Bereiche: Wohnen, Lebensmittel und Verkehr. Genau dort lohnt der Blick ins Haushaltsbuch am meisten.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Laufende Wirtschaftsrechnungen 2024, rund 12.000 Haushalte ohne Selbstständige. Sonstiges umfasst Bildung, Versicherungen und weitere Waren und Dienstleistungen.
Deine Zahlen sehen vermutlich anders aus, genau das macht ein Haushaltsbuch sichtbar. Typisch sind zwei Überraschungen: Kleine Beträge wie Abos, Kaffee unterwegs oder Lieferdienste summieren sich stärker als gedacht, und unregelmäßige Ausgaben wie Versicherungen oder Geschenke werden oft vergessen.
Welcher Weg passt zu dir?
| Merkmal | Excel-Vorlage | Pockets (C24) | App (Finanzguru) |
|---|---|---|---|
| Aufwand | ~10 Min. pro Woche | einmal einrichten | fast keiner |
| Kosten | 0 € | 0 € (C24 Smart) | Basis 0 €, Plus kostenpflichtig |
| Daten bleiben bei dir | ja | ja, bei deiner Bank | nein, Kontozugriff nötig |
| Budget wirklich getrennt | nein | ja, je Pocket ein Konto | nein |
| Lerneffekt | sehr hoch | hoch | mittel |
| Passt zu | Einsteigern und Zahlenmenschen | allen, die Disziplin automatisieren | Bequemen mit vielen Konten |
Die drei Wege im Detail
Excel-VorlageMeine Vorlage zum Download: Budget nach Pockets, Ausgabenliste und automatische Monatsübersicht.Zur Vorlage →
C24 Pockets ErfahrungSo nutze ich Unterkonten mit eigener IBAN für Pocketing, was es kostet und wo es hakt.Zum Erfahrungsbericht →
Finanzguru ErfahrungenDie bekannteste Haushaltsbuch-App: Funktionen, Preise, Sicherheit und Alternativen.Zum Check →
Pocketing in 5 Töpfen
Beim Pocketing verteilst du dein Geld direkt nach Gehaltseingang per Dauerauftrag auf Unterkonten. Der Kontostand ist dann das Budget: Ist das Spaß-Pocket leer, wird der Rest des Monats eben ruhiger. So sieht eine Aufteilung bei 2.500 € netto aus:
- FixkostenMiete, Energie, Versicherungen, Abos: alle Lastschriften 1.250 €50 %
- LebenLebensmittel, Drogerie, Alltag 500 €20 %
- SpaßRestaurant, Hobby, Shopping. Leer ist leer. 250 €10 %
- Notgroschenbis 3 bis 6 Monatsausgaben erreicht sind 250 €10 %
- InvestierenSparplan direkt vom Pocket 250 €10 %
Die Prozente sind ein Startpunkt, keine Regel. Wer in einer teuren Stadt wohnt, braucht mehr für Fixkosten. Wichtig ist nur, dass Sparen und Investieren als eigener Topf zuerst abgehen und nicht am Monatsende aus dem Rest.
So hältst du durch
Das hilft
- Feste RoutineEinmal pro Woche 10 Minuten: Kartenzahlungen aus dem Online-Banking übernehmen.
- Wenige KategorienMit 10 bis 15 Kategorien startest du gut, zu feine Raster scheitern in Woche zwei.
- Eine Stellschraube pro MonatAm Monatsende genau eine Sache ändern, etwa ein Abo kündigen.
Das bremst
- PerfektionismusEin vergessener Kaffee ist egal, das Aufhören nicht.
- Kein ZielOhne „wofür?“ fehlt ab dem zweiten Monat die Motivation. Ein Sparziel hilft.
- Unregelmäßige AusgabenVersicherungen und Geschenke als monatlichen Betrag einplanen.
Was sagt Stiftung Warentest?
Im letzten Test von Haushaltsbuch-Apps (Finanztest 11/2023, 13 Apps) lagen Apps mit Kontoverknüpfung vorn. Die Testsieger-App kostete 3,99 € im Monat und bekam die Note „gut“. Die beste App ohne Kontoanbindung, Money Manager, kam nur auf „befriedigend“. Einen neueren Test gibt es bisher nicht. Wichtig ist am Ende ohnehin weniger die App als die Gewohnheit, regelmäßig hinzuschauen.
Häufige Fragen zum Haushaltsbuch
Weil du nur steuern kannst, was du kennst. Ein durchschnittlicher Haushalt gibt laut Statistischem Bundesamt 3.257 € im Monat für Konsum aus, fast zwei Drittel davon für Wohnen, Lebensmittel und Verkehr. Wer ein paar Monate mitschreibt, sieht schnell, welche Abos, Lieferdienste oder Spontankäufe sich summieren.
Am einfachsten mit einer fertigen Vorlage: Ausgaben mit Datum, Kategorie und Betrag eintragen, einmal pro Woche mit dem Online-Banking abgleichen und am Monatsende auswerten. Meine kostenlose Excel-Vorlage rechnet die Auswertung automatisch.
Im letzten Test von Stiftung Warentest (Finanztest 11/2023) schnitten Apps mit Kontoverknüpfung besser ab, die Testsieger-App kostete 3,99 € im Monat und bekam „gut“. Beliebt sind Finanzguru (Basis kostenlos) und Outbank (3,99 € im Monat). Ohne Kontoanbindung war Money Manager die beste App, aber nur „befriedigend“.
Du teilst dein Geld direkt nach Gehaltseingang auf mehrere Unterkonten auf, zum Beispiel Fixkosten, Leben, Spaß, Notgroschen und Investieren. Ausgeben darfst du nur, was im jeweiligen Pocket liegt. Das ist die digitale Version des Umschlag-Systems und funktioniert ohne jede Buchführung.
Ich nutze C24: Im kostenlosen Smart-Konto sind bis zu 4 Pockets mit eigener IBAN enthalten, in Plus und Max bis zu 20. Bei N26 gibt es Spaces mit eigener IBAN erst in den kostenpflichtigen Konten ab 4,90 € im Monat.
Seriöse Apps greifen über die regulierte Banking-Schnittstelle zu und brauchen dafür eine Erlaubnis der BaFin. Finanzguru hat diese Erlaubnis als Kontoinformationsdienst seit 2019. Überweisungen gehen nur mit deiner eigenen Freigabe. Wer das nicht möchte, nutzt eine Vorlage oder eine App ohne Kontoanbindung.
Mindestens drei volle Monate, damit auch Ausgaben auftauchen, die nur alle paar Monate anfallen. Danach reicht es vielen, auf Pocketing umzustellen oder nur noch einzelne Kategorien im Blick zu behalten.




