Das Wichtigste in Kürze
- content.de zahlt 1,6 bis 8 Cent pro Wort, Textbroker 1,1 bis 4,5 Cent.
- Profi-Texter mit eigenen Kunden verlangen im Schnitt 110 € pro Stunde.
- Seit ChatGPT werden 30 % weniger Schreibaufträge ausgeschrieben.
- Schreiben ist meist freiberuflich, ein Gewerbe brauchst du nicht.
- Ab 3.900 € im Jahr kannst du dich über die Künstlersozialkasse versichern.
Drei Wege, mit Texten Geld zu verdienen
- Content-BörsenTextbroker oder content.de: Aufträge sofort, aber niedrige Wortpreise. Gut zum Üben und für erste Referenzen.
- Freelancer-MarktplätzeMalt, Upwork oder Fiverr: Du setzt deinen Preis selbst, die Plattform behält eine Provision.
- Eigene KundenAgenturen, Unternehmen und Verlage direkt ansprechen: am meisten Geld, aber du musst dich selbst vermarkten.
Was die Content-Börsen zahlen
Auf den Börsen bestimmt deine Sternestufe den Preis. Eingestuft wirst du über einen Probetext, gute Bewertungen bringen dich nach oben. So viel bekommst du für einen Text mit 1.000 Wörtern:
| Stufe | Textbroker | content.de |
|---|---|---|
| 2 Sterne | – | 16 € |
| 3 Sterne | 11 € | 22 € |
| 4 Sterne | 15 € | 30 € |
| 5 Sterne | 45 € | 80 € |
Bei Textbroker gibt es keine 2-Sterne-Stufe mehr. Direktaufträge, bei denen ein Kunde dich gezielt bucht, bringen mehr: Bei Textbroker setzt du dort mindestens 2 Cent pro Wort an, für 4-Sterne-Autoren nennt Textbroker 3 bis 5 Cent.
Mehr Geld mit eigenen Kunden
Der große Sprung kommt, wenn Kunden dich direkt buchen. Laut Marktmonitor 2025 des Berufsverbands Text und Konzept verlangen erfahrene Texter 90 bis 130 € pro Stunde:
Wie viele Wörter du pro Stunde schaffst, hängt stark vom Thema ab. Klar ist: Auf den Börsen bekommst du für einen ganzen Text oft weniger, als ein Profi für eine Stunde verlangt. Nutze die Börsen für den Einstieg und Arbeitsproben, und such dir dann Kunden über Malt, Netzwerke oder direkte Anfragen bei Agenturen.
Was KI für Texter verändert
Das DIW hat über eine Million Ausschreibungen einer großen Freelance-Plattform ausgewertet. In den ersten acht Monaten nach dem Start von ChatGPT sank die Nachfrage nach Schreibaufträgen um 30 %, etwa beim Korrekturlesen oder Ghostwriting. Die verbleibenden Aufträge wurden komplexer, das Budget dafür stieg.
Was das heißt: Einfache SEO-Texte nach Schema F schreibt heute oft die KI. Gefragt sind Texte mit Fachwissen, eigener Recherche, Interviews und einer erkennbaren Stimme. Spezialisiere dich auf ein Thema, in dem du dich wirklich auskennst.
Regeln der Plattformen: Textbroker verbietet KI-Textgeneratoren in den AGB. Fiverr erlaubt KI, du musst aber die Rechte an den Inhalten haben und den KI-Einsatz offenlegen, wenn der Kunde fragt.
Steuern und Künstlersozialkasse
Freiberuflich: Schriftstellerische und journalistische Arbeit ist nach § 18 EStG freiberuflich, eine Gewerbeanmeldung brauchst du nicht. Du meldest dich innerhalb eines Monats mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim Finanzamt. Achtung: Werbetexte, die nur Vorgaben eines Kunden umsetzen, können als gewerblich gelten.
Umsatzsteuer: Mit der Kleinunternehmerregelung weist du bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr keine Umsatzsteuer aus. Darüber gilt für Texte, bei denen du dem Kunden Nutzungsrechte einräumst, oft der ermäßigte Satz von 7 %.
Künstlersozialkasse: Als Texter kannst du dich über die KSK kranken-, pflege- und rentenversichern, die Hälfte der Beiträge übernimmt die KSK. Voraussetzung sind mehr als 3.900 € Einkommen im Jahr aus publizistischer Arbeit, in den ersten drei Jahren gilt diese Grenze nicht.
Nebenbei angestellt? Bis 410 € Nebeneinkünfte im Jahr bleiben über den Härteausgleich steuerfrei, darüber gibst du eine Steuererklärung ab.
Ghostwriting: was erlaubt ist
Reden, Bücher, Blogartikel oder LinkedIn-Beiträge für andere zu schreiben, ist legal und ein guter Markt. Anders bei Haus-, Bachelor- oder Doktorarbeiten: Das OLG Düsseldorf hat solche Verträge 2011 als sittenwidrig eingestuft, auch wenn sie als „Mustervorlage“ verkauft werden. Studierende, die damit täuschen, riskieren in NRW bis zu 50.000 € Bußgeld und die Exmatrikulation. Textbroker verbietet Autoren ausdrücklich, Prüfungsarbeiten zu schreiben.
So startest du als Texter
- Thema wählenSchreib über das, was du kennst: Beruf, Hobby, Studium. Fachwissen wird besser bezahlt.
- Bei einer Börse anfangenProbetext bei content.de oder Textbroker schreiben, erste Aufträge erledigen und Bewertungen sammeln.
- Arbeitsproben sammelnDie besten Texte, für die du die Freigabe hast, in einem einfachen Portfolio zeigen.
- Beim Finanzamt meldenFragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und die Kleinunternehmerregelung wählen.
- Eigene Kunden suchenProfil auf Malt anlegen, Agenturen anschreiben und Stammkunden aufbauen.
Vor- und Nachteile
Das spricht dafür
- Sofort startenAuf den Börsen gibt es Aufträge ohne Kundensuche.
- Von überallLaptop und Internet reichen, die Zeit teilst du dir selbst ein.
- Kein Gewerbe nötigSchreiben ist meist eine freiberufliche Tätigkeit.
- Viel Luft nach obenProfi-Texter mit eigenen Kunden verlangen um die 110 € pro Stunde.
Das spricht dagegen
- Niedrige BörsenpreiseFür 1.000 Wörter gibt es auf den Börsen oft nur 11 bis 22 €.
- KI drückt die NachfrageEinfache Texte werden seit ChatGPT deutlich seltener bestellt.
- Schwankende AuftragslageFeste Einnahmen gibt es erst mit Stammkunden.
- SelbstvermarktungWer mehr verdienen will, muss Kunden aktiv suchen.
Häufige Fragen zum Texte schreiben
Für offene Aufträge 1,1 Cent (3 Sterne), 1,5 Cent (4 Sterne) und 4,5 Cent (5 Sterne). Bei Direktaufträgen legst du den Preis selbst fest, mindestens 2 Cent pro Wort. Ausgezahlt wird ab 10 €.
Für offene Aufträge zwischen 1,6 Cent (2 Sterne) und 8 Cent (5 Sterne), bei Gruppenaufträgen 0,2 Cent mehr. Ein Text mit 1.000 Wörtern bringt bei 3 Sternen also 22 €.
Laut Marktmonitor 2025 des Berufsverbands Text und Konzept liegen marktübliche Stundensätze bei 90 bis 130 €, im Schnitt bei 110 €. Das sind erfahrene Verbandsmitglieder, Einsteiger liegen deutlich darunter.
Nein. Die AGB verbieten Autoren, Texte mit Textgeneratoren oder automatischen Übersetzungstools zu erstellen. Bei Verstößen können Texte abgelehnt und das Konto gesperrt werden. Auf Fiverr ist KI dagegen erlaubt, du musst sie auf Nachfrage offenlegen.
Meist nicht. Schriftstellerische und journalistische Arbeit ist nach § 18 EStG freiberuflich. Du meldest dich innerhalb eines Monats beim Finanzamt an. Werbetexte nach genauen Vorgaben eines Kunden können aber als gewerblich gelten, im Zweifel entscheidet das Finanzamt.
Ja, wenn du die Arbeit erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend machst. Du musst mehr als 3.900 € im Jahr damit verdienen, in den ersten drei Jahren gilt diese Grenze nicht. Die KSK übernimmt dann etwa die Hälfte der Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.
Texte für andere zu schreiben ist grundsätzlich erlaubt, etwa Reden, Bücher oder Blogartikel. Ghostwriting für Haus- oder Abschlussarbeiten hat das OLG Düsseldorf aber als sittenwidrig eingestuft. Studierende, die so täuschen, riskieren in NRW bis zu 50.000 € Bußgeld.


