Vorweg ehrlich: Ich habe selbst keine Produkttests gemacht. Diese Seite fasst zusammen, was die Plattformen angeben, was Nutzer auf Trustpilot berichten und wovor Verbraucherzentralen warnen.
Drei Arten von Produkttests
„Produkttester gesucht“ kann sehr Unterschiedliches heißen. Bevor du dich anmeldest, lohnt es sich zu wissen, welche Art von Test du willst:
- Nutzertests und InterviewsDu klickst dich durch eine Website oder App und sagst laut, was du denkst, oder sprichst im Videocall über ein Produkt. Bezahlt wird in Geld. Zum Beispiel: TestingTime, Testbirds.
- Produkte testen und behaltenEin neues Duschgel, eine Zahnbürste oder ein Gerät kommt nach Hause. Du bewertest es und darfst es behalten. Geld gibt es nicht. Zum Beispiel: dm, REWE, trnd.
- Apps, Spiele und UmfragenDu installierst Handyspiele oder füllst Fragebögen aus und sammelst Punkte oder Dollar, bis die Auszahlungsgrenze erreicht ist. Zum Beispiel: Testerheld, Toluna, Meinungsplatz.
Was du realistisch verdienst
Reich wird man mit Produkttests nicht. Die bezahlten Nutzertests sind das Lukrativste, aber du wirst nicht für jede Studie ausgewählt. Bei Spiele- und Umfrageplattformen dauert es oft Wochen, bis die Auszahlungsgrenze erreicht ist.
| Art | Bezahlung | Haken |
|---|---|---|
| Nutzertest oder Interview | vor Ort am besten bezahlt, Online-Umfragen am schlechtesten | Auswahl per Fragebogen, nicht jeder kommt dran |
| App- und Spieletests | Auszahlung erst ab 60 € | Spielziele brauchen oft Tage bis Wochen |
| Online-Umfragen | Cent-Beträge bis wenige Euro | 5 bis 20 Minuten je Umfrage |
| Behaltetest im Handel | Produkt statt Geld | Tester werden ausgelost, Bewertung ist Pflicht |
Faustregel von MonsterDealz: Wer 50 € oder mehr für einen einfachen Produkttest verspricht, ist fast immer ein Fake.
Die Plattformen im Detail
TestingTime ErfahrungenBezahlte Nutzertests und Interviews: Ablauf, Bezahlung, Auszahlung und Kritik.Zum Check →
Testerheld ErfahrungenApps und Spiele testen: Wie lange es bis 60 € dauert und was Nutzer kritisieren.Zum Check →
Produkte testen und behalten
Wer kein Geld, sondern Produkte will, bewirbt sich direkt bei Händlern und Marken. Du bekommst das Produkt kostenlos, musst es aber bewerten. Die Plätze werden meist ausgelost oder nach Profil vergeben:
| Programm | So kommst du rein | Deine Pflicht |
|---|---|---|
| dm | ab 16 Jahren, Tester werden ausgelost | Bewertung auf dm.de |
| REWE Produkttests | ab 18 Jahren, Auswahl nach Profil, Gutschein für den Markt | Bewertung innerhalb der Frist |
| MediaMarkt Testpiloten | Bewerbung pro Gerät | Testbericht, Gerät darf man oft behalten |
| trnd | Bewerbung pro Projekt, Reichweite zählt mit | Produkt teilen und Feedback geben |
| Konsumgöttinnen | Bewerbung pro Test, laut eigener Angabe über 300.000 Testerinnen | Testbericht |
| Amazon Vine | nur auf Einladung | Rezension, Wert wird ans Finanzamt gemeldet |
Ein eigenes Testerprogramm von Rossmann oder Lidl habe ich nicht gefunden. Der oft genannte „Testerclub“ gehört übrigens zu ALDI Süd, nicht zu dm.
In 4 Schritten starten
- Zwei bis drei Plattformen auswählenAm besten eine für bezahlte Nutzertests und eine für Behaltetests. So bekommst du mehr Einladungen, ohne den Überblick zu verlieren.
- Profil vollständig ausfüllenAlter, Haushalt, Geräte, Interessen: Je genauer das Profil, desto öfter passt du zu einer Studie.
- Kurzfragebögen ehrlich beantwortenDie meisten Tests beginnen mit einem Screener. Wer schummelt, fliegt bei der Prüfung raus oder wird gesperrt.
- Pünktlich und gründlich testenWer zuverlässig liefert, wird öfter eingeladen. Notiere dir, was du auf welcher Plattform verdient hast, für die Steuer.
Steuern und Fake-Check
Zwei Themen werden bei Produkttests oft unterschätzt: die Steuer und Betrüger, die mit angeblichen Testerjobs an deine Daten wollen.
Die 256-Euro-Grenze
Einkünfte aus gelegentlichen Tests, also Einnahmen minus Kosten, sind bis 255,99 € im Jahr steuerfrei. Ab 256 € ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber.
Behaltene Produkte zählen als Sacheinnahme mit ihrem Wert. Wer angestellt ist, profitiert unter Umständen vom Härteausgleich bis 410 €.
Echt oder Fake?
- Vorkasse, Anmeldegebühr oder Abo
- Kontakt nur über WhatsApp oder Telegram
- Ausweis, Selfie oder Video-Ident gleich zu Beginn
- 50 € oder mehr für einen einfachen Test
- Zusage nach wenigen Stunden, ohne Auswahl
- Anmeldung kostenlos und ohne Kaufpflicht
- Impressum mit echter Firma und Adresse
- Beträge passen zum Aufwand
Quellen: § 22 Nr. 3 EStG, Bund der Steuerzahler (24.01.2024), Verbraucherzentrale Niedersachsen (10.04.2026) und Verbraucherzentrale Bundesverband (31.08.2026). Keine Steuerberatung.
Besonders perfide ist das sogenannte Job-Scamming: Angebliche „Bank-Tester“ oder „Kunden-Service-Tester“ sollen per Video-Ident ein Konto eröffnen. Das Konto gehört dann zwar dir, wird aber von Betrügern für Geldwäsche genutzt. Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich davor. Bei Amazon Vine meldet Amazon den Wert der Produkte seit DAC7 an die Steuerbehörden.
Häufige Fragen zu Produkttests
Du meldest dich kostenlos bei einer seriösen Plattform an, füllst dein Profil aus und bewirbst dich auf einzelne Tests. Für bezahlte Nutzertests ist TestingTime die bekannteste Adresse, für Produkte zum Behalten die Testprogramme von dm und REWE.
Meist ein Taschengeld. Bei TestingTime dauern Studien meist 30 bis 90 Minuten, am besten bezahlt sind Tests vor Ort. Schweizer Erfahrungsberichte nennen 6 CHF für kurze Online-Tests und 120 CHF für eine Stunde vor Ort. Bei App- und Spieletests wie Testerheld wird erst ab 60 € ausgezahlt. Bei Behaltetests bekommst du kein Geld, sondern das Produkt.
Nein. Seriöse Plattformen sind kostenlos. Wer Vorkasse, eine Anmeldegebühr oder ein Abo verlangt, ist unseriös.
Ja. dm (ab 16 Jahren) und REWE (ab 18 Jahren) lassen Tester neue Produkte kostenlos ausprobieren. Die Tester werden ausgelost oder nach Profil ausgewählt, eine Bewertung ist Pflicht.
Gelegentliche Einnahmen sind bis 255,99 € im Jahr steuerfrei. Ab 256 € ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, weil es eine Freigrenze ist. Behaltene Produkte zählen als Sacheinnahme mit ihrem Wert dazu. Wer regelmäßig testet, kann gewerblich tätig sein.
Laut Verbraucherzentrale an Kontakt nur über WhatsApp oder Telegram, an Anfragen nach Ausweis, Selfie oder Video-Ident und an hohen Beträgen für wenig Aufwand. Besonders gefährlich sind angebliche „Bank-Tester“: Dabei wird ein Konto auf deinen Namen eröffnet und für Geldwäsche genutzt.


