Das Wichtigste in Kürze
- Veröffentlichen ist bei KDP, tolino media und epubli kostenlos.
- 61 % der Selfpublisher setzen weniger als 50 € im Monat um.
- Erfolgreiche haben viele Titel, schreiben Serien und nutzen Kindle+.
- Schreiben ist freiberuflich, auf Bücher gelten 7 % Umsatzsteuer.
- Zahle nie Geld an einen Verlag, seriöse Verlage zahlen dir.
Der Buchmarkt in Zahlen
Laut Börsenverein schrumpfte der Buchmarkt 2025 um 2,7 %, die Zahl der Buchkäufer sank auf 25,9 Mio. Gleichzeitig wachsen New Adult und Young Adult, und Hörbücher legten um 13,2 % zu. Selfpublishing-Titel sind in der Statistik der Neuerscheinungen größtenteils nicht enthalten.
Was Autoren wirklich verdienen
Der Selfpublisher-Verband hat 2026 über 1.200 aktive Autorinnen und Autoren befragt. So viel Umsatz machten sie 2025 im Monat, also vor Kosten:
Selfpublisher-Umfrage 2026, Selbstauskunft, nicht repräsentativ. Nur 95 von 1.247 Befragten kamen auf mindestens 2.500 € Umsatz im Monat.
Zum Vergleich: Versicherte der Künstlersozialkasse im Bereich Wort, dazu zählen auch Journalisten und Texter, schätzen ihr Jahreseinkommen für 2026 auf durchschnittlich 25.076 €.
Selfpublishing oder Verlag?
Im Selfpublishing behältst du pro Buch deutlich mehr, trägst aber Kosten und Vermarktung selbst. Ein Verlag zahlt nur einen kleinen Anteil, übernimmt dafür Lektorat, Cover, Druck und den Weg in die Buchhandlungen, über die rund 41 % des Umsatzes laufen.
Was erfolgreiche Selfpublisher anders machen
Der Selfpublisher-Verband hat die 95 Befragten mit mindestens 2.500 € Monatsumsatz gesondert ausgewertet. Das ist eine Korrelation, kein Erfolgsrezept, zeigt aber klare Muster:
- Viele Titel82 % haben mindestens 11 Bücher veröffentlicht, fast jeder Vierte über 50. In der Gesamtgruppe hat die Hälfte nur 1 bis 3 Titel.
- Serien in gefragten Genres72 % schreiben vor allem Serien. Romance, Krimi und Fantasy führen, Sachbücher fielen zurück.
- Kindle+ und günstige E-Books83 % sind in KDP Select, also im Leseabo Kindle+, früher Kindle Unlimited. 79 % verkaufen E-Books für 3 bis 4,99 €.
- Werbung und NewsletterAls erfolgreichste Maßnahme nennen sie Amazon-Anzeigen, dann Facebook-Anzeigen und Newsletter. Fast die Hälfte hat mindestens 1.000 Abonnenten.
- Ausdauer78 % sind seit mindestens 6 Jahren dabei, 69 % schreiben mehr als 10 Stunden pro Woche.
Ein bekanntes Beispiel ist Poppy J. Anderson: Laut Amazon verkaufte sie 2015 als erste in Deutschland ansässige Selfpublisherin über eine Million Bücher im Selbstverlag, rund zwei Jahre nach ihrem ersten Upload.
Was ein Buch kostet
Hochladen ist kostenlos, ein gutes Buch nicht. Laut Selfpublisher-Verband investierten 56 % der Selfpublisher 2025 weniger als 500 € pro Buch. Für ein Taschenbuch mit 300 Seiten und professionellem Lektorat nennt der Verband rund 1.000 € als Richtwert. Dazu kommen Werbekosten, die erfolgreiche Autoren mehrheitlich mit mindestens 5.000 € im Jahr angeben.
In 6 Schritten zum eigenen Buch
- Genre und Leser festlegenSchau, was in deinem Genre gekauft und gelesen wird, und plane, wenn möglich, eine Serie.
- SchreibenFeste Schreibzeiten helfen. Erfolgreiche schreiben eine Erstfassung meist in 1 bis 3 Monaten.
- Überarbeiten lassenLektorat, Korrektorat und ein professionelles Cover. Für Coverfotos brauchst du eine Lizenz, die den Buchdruck abdeckt.
- Plattform wählenKDP mit Kindle+ oder breit über tolino media, Print über KDP, BoD oder tredition.
- Pflichten erledigenPreis festlegen, Impressum ins Buch, Pflichtexemplar an die Nationalbibliothek, Steuer-Interview bei KDP.
- VermarktenLeseproben, Newsletter, Social Media und Werbung. Das nächste Buch ist die beste Werbung für das erste.
Pflichten für Autoren
- BuchpreisbindungDu legst einen festen Endpreis fest, der überall gilt, auch für E-Books. Bei Amazon darfst du nicht billiger sein als bei Thalia.
- ISBNFür E-Books bei KDP brauchst du keine. Für Print gibt KDP eine kostenlose ISBN, die nur bei Amazon gilt. tolino media, epubli und BoD liefern sie mit.
- PflichtexemplarZwei gedruckte Exemplare oder ein E-Book gehen binnen einer Woche an die Deutsche Nationalbibliothek, auch als Selbstverleger. Das Kindle-Format nimmt sie nicht an.
- Impressum im BuchName und Anschrift von Drucker und Verleger, beim Selbstverlag deine eigene. Mit Pseudonym brauchst du eine ladungsfähige Adresse.
- KI-InhalteKDP verlangt die Angabe von KI-generierten Texten und Bildern, nicht von KI-Hilfe bei eigenem Text. Rein KI-generierte Inhalte sind meist nicht urheberrechtlich geschützt.
Steuern, Künstlersozialkasse und VG Wort
- FreiberuflichSchreiben ist freiberuflich, du brauchst kein Gewerbe und zahlst keine Gewerbesteuer.
- UmsatzsteuerBücher und E-Books kosten 7 %. Als Kleinunternehmer bis 25.000 € Vorjahresumsatz weist du keine aus. Wie Tantiemen von Amazon aus Luxemburg zu behandeln sind, klärst du am besten mit einem Steuerberater.
- US-Steuer bei KDPOhne Steuer-Interview behält Amazon 30 % US-Quellensteuer ein. Mit deutscher Steuer-ID sind es für Urheberrechte 0 %.
- KünstlersozialkasseAb voraussichtlich 3.900 € Jahreseinkommen aus dem Schreiben, in den ersten drei Jahren auch darunter. Die KSK trägt etwa die Hälfte der Sozialbeiträge.
- VG WortFür Ausleihen in Bibliotheken zahlt die VG Wort eine Bibliothekstantieme. Schreibst du auch online, lohnt sich METIS, siehe VG Wort für Blogger.
Vorsicht vor Zuschussverlagen. Manche Verlage verlangen Geld für Druck oder Lektorat und verdienen schon daran, bevor ein Buch verkauft ist. Seriöse Verlage zahlen dir Honorar und meist einen Vorschuss. Seriöse Literaturagenturen verlangen ebenfalls keine Vorabgebühr.
Vor- und Nachteile
Das spricht dafür
- Start ohne KostenKDP, tolino media und epubli veröffentlichen kostenlos.
- Hohe TantiemenBei Selfpublishing bleiben pro E-Book bis zu 70 %, im Verlag oft nur 5 bis 10 % vom Nettopreis.
- FreiberuflichSchreiben ist kein Gewerbe, es fällt keine Gewerbesteuer an.
- Bücher verkaufen sich lange57 % des Absatzes entfallen auf Titel, die älter als ein Jahr sind.
Das spricht dagegen
- Die meisten verdienen wenig61 % der Selfpublisher setzen weniger als 50 € im Monat um.
- Viel ZeitErfolgreiche schreiben meist mehr als 10 Stunden pro Woche, oft seit Jahren.
- Marketing ist PflichtWerbung, Newsletter und Social Media kosten Zeit und Geld.
- Schrumpfender MarktDer Buchmarkt verlor 2025 2,7 % Umsatz.
Häufige Fragen zum Autor werden
Selten. Laut Selfpublisher-Umfrage 2026 setzen 61 % weniger als 50 € im Monat um, nur rund 7 bis 8 % mehr als 1.000 €. Versicherte der Künstlersozialkasse im Bereich Wort, zu dem auch Journalisten zählen, melden im Schnitt 25.076 € Jahreseinkommen.
Nein. Schriftstellerische Tätigkeit ist freiberuflich, du meldest dich nur beim Finanzamt an. Gewerbesteuer fällt nicht an.
Auf Bücher und E-Books gilt der ermäßigte Satz von 7 %. Als Kleinunternehmer mit höchstens 25.000 € Umsatz im Vorjahr weist du keine Umsatzsteuer aus.
Ja, wenn du voraussichtlich mehr als 3.900 € im Jahr mit dem Schreiben verdienst. In den ersten drei Jahren gilt diese Grenze nicht. Die KSK übernimmt dann etwa die Hälfte deiner Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.
Ja, über die VG Wort als Bibliothekstantieme. Voraussetzung ist unter anderem, dass dein Buch bei der Deutschen Nationalbibliothek nachgewiesen ist. Wie viel ein Buch bringt, hängt von der Zahl der Ausleihen ab.
Bei Selfpublishern mit mindestens 2.500 € Monatsumsatz führen Romance, Krimi und Fantasy. 72 % von ihnen schreiben vor allem Serien.
Nein. Seriöse Verlage zahlen dir Honorar und meist einen Vorschuss. Verlage, die Geld von dir für den Druck verlangen, heißen Zuschussverlage, Autorenverbände warnen davor.


