So entsteht deine Rückerstattung
Eine Steuererklärung lohnt sich für die meisten Angestellten. Laut Statistischem Bundesamt bekamen für das Steuerjahr 2022 13,2 Millionen von 15,2 Millionen veranlagten Arbeitnehmern Geld zurück, im Schnitt 1.240 €. Nachzahlen mussten 1,8 Millionen. Wie aus ein paar Posten eine Erstattung wird, zeigt dieses Beispiel:
4 Jahre rückwirkend: Freiwillige Erklärungen kannst du bis zu vier Jahre später abgeben.
- 2022 bis 31.12.2026 letzte Chance
- 2023 bis 31.12.2027 freiwillig
- 2024 bis 31.12.2028 freiwillig
- 2025 bis 31.12.2029 freiwillig*
* Für 2025 galt bei Pflicht zur Abgabe der 31.07.2026, mit Steuerberater später. Beispielwerte gerundet, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
Der wichtigste Hebel ist der Arbeitsweg: Seit 2026 gibt es 0,38 € pro Kilometer schon ab dem ersten Kilometer. Alles bis zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € zieht das Finanzamt ohnehin automatisch ab. Erst was darüber liegt, bringt zusätzlich Geld.
Die Anbieter im Detail
Zu jedem der drei Programme gibt es eine eigene Seite mit Preisen, Ablauf, Vor- und Nachteilen. Smartsteuer nutze ich selbst seit Jahren, Taxfix und Wundertax habe ich anhand der Anbieterangaben und des Warentest-Ergebnisses bewertet.
Smartsteuer ErfahrungMein Praxistest: fünf Erklärungen pro Lizenz, Ablauf, Rabatt und Schwächen.Zum Erfahrungsbericht →
Taxfix ErfahrungenDie App im Chat-Stil: Abo oder Einmalkauf, und was der Steuerprofi kostet.Zum Check →
Wundertax ErfahrungenGünstig und mit Spezialwegen, aber bei Stiftung Warentest enttäuscht.Zum Check →
Welche Steuer-App passt zu dir?
| Dein Fall | Passt am besten |
|---|---|
| Einfacher Fall, nichts zahlen | CHECK24 Steuer oder ELSTER |
| Mehrere Erklärungen in der Familie | Smartsteuer oder WISO Steuer (je 5 pro Lizenz) |
| Am liebsten per Handy-App | Taxfix, Steuerbot oder CHECK24 Steuer |
| Selbstständig, mit EÜR oder Umsatzsteuer | Smartsteuer oder WISO Steuer |
| Gar nicht selbst machen | Taxfix mit Steuerprofi oder Lohnsteuerhilfeverein |
Was sagt Stiftung Warentest 2026?
Im Heft Finanzen 5/2026 hat Stiftung Warentest 30 Steuerprogramme getestet, darunter 13 Apps. Überraschend liegt ein Neuling vorn: das kostenlose CHECK24 Steuer, sowohl im Browser als auch als App. Der langjährige Testsieger WISO Steuer schnitt erneut sehr gut ab und ist laut Anbieter das beste PC-Programm (Note 1,5). Wundertax enttäuschte dagegen bei komplexeren Musterfällen. Die Einzelnoten stehen hinter der Bezahlschranke von test.de.
Gar nicht im Test war ELSTER. Das kostenlose Portal der Finanzverwaltung funktioniert, gibt aber keine Tipps, was du noch absetzen kannst.
Häufige Fragen zur Steuererklärung
Im aktuellen Test von Stiftung Warentest (Finanzen 5/2026, 30 Programme) liegt das kostenlose CHECK24 Steuer vorn, bei den PC-Programmen WISO Steuer. Ich selbst nutze seit Jahren Smartsteuer: 39,99 € für fünf Abgaben im Steuerjahr, voller Funktionsumfang auch für Selbstständige. Taxfix passt, wenn du lieber per App arbeitest, Wundertax hat eigene Wege für Studierende, Polizei und Bundeswehr, enttäuschte aber bei komplexeren Fällen im Test.
Als Angestellter mit Steuerklasse I bist du meistens nicht verpflichtet. Pflicht wird es bei: Steuerklasse III/V oder IV mit Faktor · Nebeneinkünften über 410 € pro Jahr · Kurzarbeitergeld, Elterngeld oder Krankengeld · mehreren Arbeitgebern gleichzeitig. Freiwillig lohnt es sich aber fast immer: Die durchschnittliche Rückerstattung lag zuletzt bei 1.240 € (Destatis, Steuerjahr 2022).
Pflichtveranlagungen müssen für 2025 bis 31. Juli 2026 abgegeben werden. Freiwillige Erklärungen kannst du rückwirkend für die letzten 4 Jahre einreichen – im Jahr 2026 also noch für 2022, 2023, 2024 und 2025. Das ist potenziell viel Geld, das auf dem Tisch liegt.
Ja. Die hier vorgestellten Programme übermitteln deine Erklärung verschlüsselt über die offizielle ELSTER-Schnittstelle der Finanzverwaltung. Die Daten bleiben bei Anbietern mit Sitz in Deutschland, für die die DSGVO gilt.
Seit der Belegvorhaltepflicht musst du Belege nicht mehr einreichen, sondern nur bei Nachfrage vorlegen können. Halte parat: Lohnsteuerbescheinigung · Steuer-ID und IBAN · Belege zu Werbungskosten (Pendler, Homeoffice, Fortbildung) · Versicherungsbescheinigungen · Spendenquittungen · Belege zu außergewöhnlichen Belastungen.
Pro Entfernungskilometer (einfache Strecke) und Arbeitstag: für 2025 0,30 € (km 1–20) bzw. 0,38 € (ab km 21), ab 2026 einheitlich 0,38 € ab dem ersten Kilometer. Beispiel 2026: 25 km × 220 Arbeitstage = 2.090 € Werbungskosten (2025: 1.738 €). Steuerlich zählt nur, was über den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € hinausgeht — bei 30 % Grenzsteuersatz bringt der Arbeitsweg allein 2026 also rund 260 € (2025: rund 150 €).
Im Schnitt 4 bis 12 Wochen, je nach Finanzamt und Jahreszeit. Wer früh im Jahr (Februar/März) einreicht, bekommt sein Geld oft schon nach 3–4 Wochen. Profi-Tipp: Im neuen Jahr nicht direkt im Januar abgeben – warte, bis du alle Bescheinigungen zusammen hast.
Ja, teilweise. Der Anteil, der zur Ermittlung deiner Einkünfte dient, ist als Werbungskosten (Angestellte) oder Betriebsausgabe (Selbstständige) absetzbar. Bei Selbstständigen sind die Kosten meist komplett absetzbar. Die Software refinanziert sich quasi von selbst.
Für Angestellte, Beamte und Rentner kann er sich lohnen, wenn du die Erklärung gar nicht selbst machen willst. Der Jahresbeitrag liegt meist zwischen rund 50 und 400 €, im Schnitt bei etwa 150 € (Finanztip). Selbstständige und Gewerbetreibende dürfen Lohnsteuerhilfevereine nicht beraten.



