Das Wichtigste in Kürze
- Auf Vinted, eBay und Kleinanzeigen zahlst du als Privatverkäufer keine Provision.
- Bei Sellpy bleiben von einem Teil für 70 € nur 32,70 €, dafür ohne Arbeit.
- Designermode ab 75 € verkaufst du am besten auf Vestiaire Collective.
- Der Verkauf eigener gebrauchter Kleidung ist in der Regel steuerfrei.
- Ab 30 Verkäufen oder 2.000 € pro Plattform und Jahr wird ans Finanzamt gemeldet.
Drei Wege, Kleidung zu Geld zu machen
- Selbst verkaufenVinted, eBay oder Kleinanzeigen: Du fotografierst, beschreibst und verschickst selbst. Am meisten Geld, am meisten Arbeit.
- VerkaufsserviceSellpy oder Mädchenflohmarkt übernehmen Fotos, Verkauf und Versand. Du bekommst einen Anteil am Preis.
- Ankauf zum Festpreismomox fashion oder Zalando Pre-owned zahlen sofort einen festen Betrag. Am schnellsten, aber am wenigsten Geld.
Fast alle machen es schon: Laut Bitkom haben 80 % der Internetnutzer schon privat online verkauft, fast die Hälfte davon Kleidung, Schuhe und Accessoires.
Was pro Teil übrig bleibt
So viel bekommst du für ein Teil für 70 €, nach allen Gebühren der Plattform:
Und so sieht es bei günstigen und teuren Teilen aus:
| Plattform | Teil für 20 € | für 70 € | für 150 € |
|---|---|---|---|
| Vinted, eBay, Kleinanzeigen | 20,00 € | 70,00 € | 150,00 € |
| Vestiaire Collective | 5,00 € | 55,00 € | 120,00 € |
| Mädchenflohmarkt | nicht angenommen | 49,00 € | 105,00 € |
| Sellpy | 6,70 € | 32,70 € | 88,70 € |
Bei günstiger Alltagsmode lohnt sich der eigene Verkauf also deutlich. Sellpy und Mädchenflohmarkt sind interessant, wenn du viele Markenteile hast und keine Zeit.
Plattformen im Detail
- VintedKeine Verkaufsprovision. Der Käufer zahlt die Vinted-Gebühr, seit Oktober 2026 so genannt statt Käuferschutz, meist 5 % + 0,70 €. Das Kammergericht Berlin hat 2025 entschieden, dass Vinted diese Gebühr nicht voreinstellen darf, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Kosten hast du nur, wenn du deine Artikel hervorhebst.
- SellpyGehört zur H&M-Gruppe. Du bestellst eine Tüte, packst ein und schickst sie kostenlos ab. Sellpy nimmt nur, was sauber und unversehrt ist und mehr als 5 € bringen kann. Pro eingestelltem Artikel werden 1,30 € mit deinen Erlösen verrechnet.
- Vestiaire CollectiveFür Teile, die ab 15. Oktober 2026 eingestellt werden: unter 75 € pauschal 12 € Kommission plus 3 € Zahlungsabwicklung, ab 75 € 17 % plus 3 %. Artikel unter 16 € nimmt Vestiaire nicht an.
- eBay und KleinanzeigenPrivat in Deutschland kostenlos. Bei eBay sind 320 Angebote im Monat frei, bei Kleinanzeigen 100 Anzeigen in 30 Tagen. Bei „Sicher bezahlen“ auf Kleinanzeigen zahlt der Käufer 0,50 € + 4,5 %.
- momox fashion und Zalando Pre-ownedFestpreis-Ankauf: Du siehst den Preis vorab und schickst kostenlos ein. momox kauft ab 10 € Gesamtwert und zahlt laut AGB spätestens 28 Tage nach der Prüfung. Zalando zahlt nur mit einem Gutschein.
So verkaufst du schneller
- Gute FotosTageslicht, neutraler Hintergrund, das Teil ganz und Details wie Etikett und Stoff zeigen.
- Ehrlich beschreibenMarke, Größe, Material und Mängel nennen. Das spart Rückfragen und Ärger.
- Preis an ähnlichen Angeboten ausrichtenSuch nach demselben Teil und orientiere dich an verkauften, nicht an angebotenen Preisen.
- Bündel anbietenMehrere Teile zusammen verkaufen spart Porto und zählt bei der Meldegrenze nur als ein Verkauf.
- Saison beachtenWintermantel im Herbst, Badesachen im Frühjahr einstellen.
Steuern und Meldung ans Finanzamt
Meist steuerfrei: Der Verkauf eigener gebrauchter Kleidung ist nach § 23 EStG steuerfrei, weil Kleidung als Gegenstand des täglichen Gebrauchs gilt. Das Bayerische Landesamt für Steuern nennt Kleidung ausdrücklich. Vorsicht bei Schmuck oder wertvollen Designertaschen: Verkaufst du sie innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit Gewinn, ist der Gewinn ab 1.000 € im Jahr steuerpflichtig.
Wann es gewerblich wird: Wenn du Kleidung gezielt kaufst, um sie weiterzuverkaufen, etwa auf Flohmärkten oder im Outlet. Dann brauchst du ein Gewerbe, mit der Kleinunternehmerregelung bleibst du bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr ohne Umsatzsteuer. Mehr dazu auf der Seite zum Reselling.
Meldung heißt nicht Steuer: Vinted, eBay und Co. melden dich ans Bundeszentralamt für Steuern, sobald du auf einer Plattform in einem Jahr 30 Verkäufe oder 2.000 € erreichst. Gezählt werden Verkäufe, nicht Artikel. Ob du Steuern zahlen musst, hängt aber allein davon ab, ob du privat oder gewerblich verkaufst.
Vor- und Nachteile
Das spricht dafür
- Meist steuerfreiGebrauchte eigene Kleidung zählt als Gegenstand des täglichen Gebrauchs.
- Keine Provision bei VintedAuf Vinted, eBay und Kleinanzeigen behältst du den vollen Preis.
- Platz im SchrankWas du nicht mehr trägst, bringt noch Geld statt Staub.
- NachhaltigJedes weiterverkaufte Teil muss nicht neu produziert werden.
Das spricht dagegen
- Aufwand pro TeilFotos, Beschreibung, Fragen beantworten und Pakete packen kosten Zeit.
- Niedrige Preise für AlltagsmodeFür Basics bekommst du oft nur wenige Euro.
- Feilschende KäuferLaut Bitkom ärgern sich 38 % der Verkäufer über dreiste Preisanfragen.
- Gebühren bei ServicesBei Sellpy bleiben von einem Teil für 20 € nur 6,70 €.
Häufige Fragen zum Kleidung verkaufen
Für Alltagsmode auf Vinted: keine Provision und die meisten Käufer für Mode. Für Designerteile ab 75 € auf Vestiaire Collective mit Echtheitsprüfung. Wer keine Arbeit haben will, schickt eine Tüte an Sellpy.
Als Verkäufer nicht. Der Käufer zahlt die Vinted-Gebühr, früher Käuferschutz, meist 5 % + 0,70 €. Nur wenn du deine Artikel hervorheben willst, zahlst du dafür extra.
Du bekommst 40 % des Verkaufspreises bis 50 € und 70 % des Anteils darüber, abzüglich 1,30 € pro eingestelltem Artikel. Ein Teil für 70 € bringt dir also 32,70 €, eins für 20 € nur 6,70 €.
In der Regel nicht. Gebrauchte eigene Kleidung ist ein Gegenstand des täglichen Gebrauchs, deren Verkauf ist nach § 23 EStG steuerfrei. Anders ist es, wenn du gezielt Kleidung kaufst, um sie weiterzuverkaufen. Dann bist du gewerblich tätig.
Ja, sobald du auf einer Plattform in einem Jahr 30 Verkäufe oder 2.000 € erreichst. Gezählt werden Verkäufe, nicht Artikel, ein Bündel zählt einmal. Eine Meldung bedeutet aber nicht, dass du Steuern zahlen musst.
Wenn es schnell gehen soll. momox zahlt einen festen Preis, du musst nichts fotografieren und nicht verhandeln. Der Ankauf lohnt sich ab 10 € Gesamtwert, für einzelne Teile gibt es aber meist deutlich weniger als beim eigenen Verkauf.



