1. Warum ein Business kaufen?
Der schwierigste Teil einer Gründung ist, überhaupt zahlende Kunden und funktionierende Abläufe zu bekommen. Beim Kauf eines bestehenden Unternehmens übernimmst du genau das: Umsatz, Kundenstamm, eingespielte Prozesse und oft ein Team — und kannst dich aufs Verbessern und Wachsen konzentrieren.
2. Wo finde ich Unternehmen zum Kauf?
- Unternehmensnachfolge: Plattformen wie nexxt-change (öffentlich) oder DUB.de — viele etablierte Betriebe ohne Nachfolger.
- Online-Businesses: Marktplätze wie Flippa oder Shop-/Website-Börsen für Shops und Apps.
- Direkt: Kammern (IHK/HWK), Steuerberater und Netzwerke vermitteln Verkäufer.
Die wichtigsten Plattformen im direkten Vergleich:
Unternehmensnachfolge Kostenlose öffentliche Nachfolgebörse von BMWK, KfW und Kammern — neutral und seriös.
- Fokus
- KMU-Nachfolge (DE)
- Angebote
- ~6.000–7.000
- Kosten
- komplett kostenlos
- Neutral & gebührenfrei
- Größte dt. Nachfolgebörse
Mittelstand Reichweitenstarkes kommerzielles Mittelstandsportal für Unternehmenstransaktionen im DACH-Raum.
- Fokus
- KMU / Mittelstand
- Angebote
- ~3.500
- Käufer
- Basis kostenlos
- Hohe Reichweite
- Auch über M&A-Berater
Online-Business Größter internationaler Marktplatz für Websites, Online-Shops, Apps und SaaS.
- Fokus
- Sites/Shops/SaaS
- Preis
- ab ~500 $
- Käufer
- kostenlos
- Riesige Auswahl
- Auktions-Marktplatz
SaaS & Startups Kuratierter Marktplatz für geprüfte, profitable Startups und SaaS-Unternehmen.
- Fokus
- SaaS / Startups
- Deals
- 2.000+ abgeschlossen
- Käufer
- Basis gratis
- Geprüfte Listings
- Verifizierte Käufer
3. Bewertung & Finanzierung
Der Preis orientiert sich meist am Gewinn: Kleine Unternehmen werden oft mit dem 3–5-fachen Jahresgewinn (EBIT) bewertet, Online-Businesses häufig als Vielfaches des monatlichen Gewinns. Finanzieren kannst du über Eigenkapital, einen Bankkredit (es gibt auch KfW-Förderkredite für Übernahmen) oder ein Verkäuferdarlehen, bei dem der Alt-Inhaber einen Teil stundet.
4. Vor dem Kauf prüfen (Due Diligence)
Zahlen verifizieren
Letzte 3 Jahresabschlüsse, BWA, Steuerbescheide. Stimmen Umsatz und Gewinn wirklich — und sind sie nachhaltig?
Abhängigkeiten checken
Hängt der Erfolg an einzelnen Kunden, Lieferanten oder an der Inhaberin? Wie übertragbar ist das Geschäft?
Recht & Verträge
Mietverträge, Lizenzen, Personal, offene Rechtsstreitigkeiten, Marken/Domains. Asset- vs. Share-Deal klären.
Übergabe sichern
Einarbeitung durch den Verkäufer, Wettbewerbsverbot und (wo sinnvoll) ein Verkäuferdarlehen vertraglich festhalten.
5. Vor- und Nachteile
✅ Vorteile
- Umsatz & Kunden ab Tag eins
- Bewährte Prozesse statt Versuch & Irrtum
- Oft leichter finanzierbar (Zahlen vorhanden)
- Riesiger Markt durch Unternehmensnachfolge
⚠️ Nachteile
- Kapitalbedarf / Kaufpreis
- Risiko von Altlasten & geschönten Zahlen
- Aufwändige Prüfung nötig (Berater empfehlenswert)
- Erfolg hing evtl. an der alten Inhaberin
FAQ · Häufige Fragen
Wie viel kostet es, ein kleines Business zu kaufen?
Sehr unterschiedlich: kleine Online-Shops gibt es vierstellig, etablierte Betriebe kosten ein Vielfaches des Jahresgewinns (oft das 3–5-fache EBIT). Der Preis sollte sich aus geprüften Zahlen ableiten.
Brauche ich einen Berater beim Unternehmenskauf?
Bei allem außer Mini-Online-Käufen: ja. Steuerberater und ggf. Anwalt prüfen Zahlen und Verträge — das schützt dich vor teuren Altlasten.
Asset-Deal oder Share-Deal — was ist besser?
Beim Asset-Deal kaufst du einzelne Werte (z. B. Maschinen, Kundenstamm) ohne alte Verbindlichkeiten; beim Share-Deal die ganze Gesellschaft inkl. Risiken. Welcher Weg passt, klärst du mit Fachleuten.
Lohnt sich Kaufen mehr als Gründen?
Wenn du Kapital und ein gutes Auge für Zahlen mitbringst, ja: Du startest mit Umsatz und Kunden statt bei Null. Ohne sorgfältige Prüfung ist das Risiko aber genauso hoch wie bei einer Gründung.
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Alle Angaben sind sorgfältig recherchierte Richtwerte (Stand 2026) und können sich ändern. Verdienstangaben sind keine Garantie. Dies ist keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung — prüfe bei Bedarf die aktuellen Regeln bzw. frage Fachleute.