Das Wichtigste in Kürze
- Eine Gassi-Runde bringt in Großstädten meist 13 bis 15 €, eine Übernachtung 30 bis 37,50 €.
- Rover behält 15 %, Pawshake 19 %, Betreut.de nimmt keine Provision.
- Die Garantien der Plattformen sind keine Versicherung und haben Höchstbeträge.
- Ob du eine Erlaubnis brauchst, entscheidet dein Veterinäramt, in Berlin gilt eine Vier-Hunde-Grenze.
- Wer regelmäßig Hunde gegen Geld ausführt, braucht meist ein Gewerbe.
Was Dogwalker machen
Beim Dogwalking führst du fremde Hunde aus, während die Halter arbeiten oder verreist sind. Viele bieten mehr als nur die Runde an:
- Gassi-ServiceEine Runde von meist 30 bis 60 Minuten, oft mehrmals pro Woche zu festen Zeiten.
- HausbesuchFüttern, spielen, kurz rausgehen, wenn der Halter den ganzen Tag arbeitet.
- TagesbetreuungDer Hund verbringt den Tag bei dir, ideal für Homeoffice-Tage.
- ÜbernachtungDer Hund schläft bei dir, wenn der Halter verreist ist. Bringt die höchsten Preise.
- HaussittingDu wohnst beim Halter und kümmerst dich um Hund und Wohnung.
Der Markt ist groß: In Deutschland leben laut Industrieverband Heimtierbedarf rund 10 Millionen Hunde, in jedem fünften Haushalt. Besonders in Großstädten mit vielen Berufstätigen werden Gassi-Gänger gesucht.
Gassi-Service: Preise nach Stadt
Ich habe die Preise auf Pawshake in den fünf größten Städten ausgewertet, je Stadt und Leistung die ersten 60 Inserate. In der Tabelle steht jeweils der mittlere Preis (Median):
| Stadt | Gassi-Runde | Tagesbetreuung | Übernachtung beim Sitter | Haussitting pro Nacht |
|---|---|---|---|---|
| Berlin | 15 € | 25 € | 30 € | 35 € |
| Hamburg | 15 € | 30 € | 35 € | 40 € |
| München | 15 € | 30 € | 35 € | 41 € |
| Köln | 13 € | 30 € | 37 € | 30 € |
| Frankfurt | 15 € | 30 € | 37,50 € | 45 € |
Die Spanne ist groß: Gassi-Runden kosten von 7 bis 35 €, Übernachtungen von 13 bis 80 €. Sitter mit vielen guten Bewertungen verlangen mehr, in Berlin liegt der Median bei Sittern mit mindestens drei Bewertungen bei 19 € pro Runde. Rover nennt für Köln im Schnitt 13 € für 30 Minuten und 20 € für 60 Minuten. Laut Betreut.de liegt der Stundenlohn für Hundebetreuung meist bei 11 bis 15 €.
Was du realistisch verdienst
Von deinem Preis geht die Plattformgebühr ab. Bei einer Runde für 15 € bleiben dir auf Rover 12,75 € und auf Pawshake 12,15 €. Ein Rechenbeispiel:
Mehr verdienst du mit Übernachtungen und Haussitting oder wenn du zwei Hunde gleichzeitig ausführst. Wer ohne Plattform über Empfehlungen arbeitet, behält den vollen Preis, hat aber keine Garantie und muss selbst abrechnen.
Plattformen im Detail
- Rover15 % Gebühr, Auszahlung 2 Tage nach dem Auftrag, Ausweisprüfung per Selfie. Die Rover-Garantie zahlt bei Tierarztkosten bis 25.000 € und bei Schäden bis 100.000 €, aber nur, wenn der Verantwortliche nicht selbst zahlen kann. Rover betont, dass es keine Versicherung ist.
- Pawshake19 % Gebühr, Auszahlung in 5 bis 7 Werktagen. Die Sorgenfrei-Garantie zahlt Tierarztkosten bis 2.500 € pro Buchung, wenn die Buchung vorher bezahlt, bei Erstbuchung ein Kennenlernen stattgefunden hat und der Vorfall binnen 48 Stunden gemeldet wird. Eine Hintergrundprüfung macht Pawshake laut AGB nicht.
- Betreut.deKeine Provision, du vereinbarst den Lohn direkt. Dafür gibt es keine Garantie, und Betreut.de prüft die Identität der Nutzer nicht. Die Bewertung auf Trustpilot ist mit 1,3 Sternen schlecht, die Kritik betrifft vor allem das Abo der Familien.
Erlaubnis und Regeln
Tierschutzgesetz: § 11 verlangt eine Erlaubnis vom Veterinäramt für gewerbsmäßige Hundeausbildung, Hundepensionen und ähnliche Einrichtungen. Das reine Ausführen von Hunden ist dort nicht ausdrücklich genannt. Pawshake und Betreut.de sprechen von einer Grauzone, manche Veterinärämter verlangen trotzdem eine Erlaubnis. Frag vor dem Start bei deinem Veterinäramt nach. Für eine Erlaubnis brauchst du meist ein Führungszeugnis und einen Sachkundenachweis, das Verfahren dauert mehrere Wochen bis Monate.
Berlin: Eine Person darf höchstens vier Hunde gleichzeitig führen. Wer gewerbsmäßig mehr führen will, braucht eine Genehmigung der bezirklichen Veterinäraufsicht mit Sachkundenachweis, die Gebühr liegt bei höchstens 246 €. In Berlin gilt außerdem eine allgemeine Leinenpflicht.
Andere Städte: In Hamburg müssen Hunde grundsätzlich an die Leine, in München gilt eine Leinenpflicht für große Hunde in der Innenstadt. In Niedersachsen brauchen Halter einen Hundeführerschein. Informiere dich bei deiner Stadt über Leinenpflicht und Verbotszonen.
Gewerbe und Steuern
Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht Hunde ausführt, ist in der Regel gewerblich tätig und meldet ein Gewerbe an, in Berlin für 26 € (online 15 €). Mit der Kleinunternehmerregelung musst du keine Umsatzsteuer ausweisen, solange dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 € lag. Gewerbesteuer fällt erst ab 24.500 € Gewinn an. Wer angestellt ist und nebenbei mehr als 410 € im Jahr verdient, muss eine Steuererklärung abgeben.
Rover und Pawshake melden deine Einnahmen nach dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz ans Bundeszentralamt für Steuern, weil Gassigehen als persönliche Dienstleistung gilt. Die Ausnahme für weniger als 30 Geschäfte und unter 2.000 € gilt nur für den Verkauf von Waren.
Versicherung und Haftung
Der Halter haftet für seinen Hund grundsätzlich auch ohne eigenes Verschulden. Wer den Hund aber gegen Geld übernimmt, haftet als Tierhüter selbst, wenn er nicht beweisen kann, dass er gut aufgepasst hat. Die Tierhalterhaftpflicht des Halters deckt Hundesitter meist nur ab, wenn sie nicht gewerblich tätig sind, und deine Privathaftpflicht zahlt oft nicht für Schäden am betreuten Hund.
Mein Rat: Wer regelmäßig Hunde ausführt, schließt eine Betriebs- oder Tierhüterhaftpflicht ab. Laut Anbietern kostet sie etwa 100 bis 500 € im Jahr, empfohlen werden mindestens 10 Mio. € Deckung. Achte darauf, dass Schäden am betreuten Hund (Obhutsschäden) mitversichert sind.
So startest du als Dogwalker
- Erfahrung sammelnFühre zuerst Hunde von Freunden und Nachbarn aus und sammle Fotos und erste Bewertungen.
- Rechtliches klärenBeim Veterinäramt nach der Erlaubnis fragen, Gewerbe anmelden und eine Haftpflicht abschließen.
- Profil anlegenAuf Rover und Pawshake ein Profil mit Fotos, klaren Preisen und deinem Einzugsgebiet erstellen.
- Kennenlernen vor dem ersten AuftragHund und Halter treffen, Eigenheiten, Leine, Schlüssel, Tierarzt und Notfallkontakt klären und schriftlich festhalten.
- Stammkunden aufbauenFeste Runden zu festen Zeiten bringen planbares Einkommen und Empfehlungen.
Ausrüstung: Ersatzleine, Kotbeutel, Wasser, Leckerli nur nach Absprache, im Winter Warnweste und Licht, ein kleines Erste-Hilfe-Set und das Handy mit allen Kontakten der Halter.
Vor- und Nachteile
Das spricht dafür
- Bewegung und frische LuftDu bist jeden Tag draußen und bewegst dich, statt am Schreibtisch zu sitzen.
- Kein StartkapitalLeine, Kotbeutel und ein Plattformprofil reichen für den Anfang.
- Planbare StammkundenFeste Runden zu festen Zeiten bringen regelmäßiges Einkommen.
- Hohe Preise für ÜbernachtungenUrlaubsbetreuung bringt 30 bis 45 € pro Nacht.
Das spricht dagegen
- Verantwortung für fremde TiereLäuft ein Hund weg oder verletzt sich, haftest du unter Umständen.
- WetterabhängigAuch bei Regen, Hitze und Glatteis muss der Hund raus.
- Rechtliche GrauzoneOb du eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz brauchst, sieht jedes Veterinäramt anders.
- Provision der Plattformen15 bis 19 % gehen an Rover oder Pawshake.
Häufige Fragen zum Hunde ausführen
Eine Gassi-Runde von rund 30 Minuten kostet auf Pawshake im Median 13 bis 15 €, eine Tagesbetreuung 25 bis 30 € und eine Übernachtung 30 bis 37,50 €. Nach Abzug der Plattformgebühr bleiben bei Rover 85 %, bei Pawshake 81 %. Mit 10 Runden pro Woche kommst du auf gut 500 € im Monat.
Das ist eine Grauzone. Das Tierschutzgesetz nennt in § 11 ausdrücklich die gewerbsmäßige Hundeausbildung, Hundepensionen und Tierheime, nicht aber das reine Gassigehen. Manche Veterinärämter verlangen trotzdem eine Erlaubnis. Frag vor dem Start bei deinem Veterinäramt nach. In Berlin brauchst du ab dem fünften Hund eine Genehmigung.
Eine bundesweite Regel gibt es nicht. In Berlin darf eine Person höchstens vier Hunde gleichzeitig führen, wer gewerblich mehr führen will, braucht eine Genehmigung der Veterinäraufsicht (Gebühr bis 246 €). Für Anfänger sind zwei bis drei Hunde realistisch.
Die Tierhalterhaftpflicht des Halters deckt dich meist nur, wenn du nicht gewerblich tätig bist. Wer regelmäßig gegen Geld Hunde betreut, sollte eine Betriebs- oder Tierhüterhaftpflicht abschließen, laut Anbietern für etwa 100 bis 500 € im Jahr. Die Garantien von Rover und Pawshake sind keine Versicherung und haben Höchstbeträge.
Rover behält mit 15 % etwas weniger als Pawshake mit 19 % und zahlt schneller aus. Pawshake hat etwas bessere Bewertungen und in vielen Großstädten viele Halter. Am besten legst du auf beiden ein Profil an und schaust, wo mehr Anfragen kommen.
Ja. Wer regelmäßig gegen Geld Hunde ausführt, ist in der Regel gewerblich tätig und meldet ein Gewerbe an. Mit der Kleinunternehmerregelung musst du bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr keine Umsatzsteuer ausweisen. Rover und Pawshake melden deine Einnahmen ans Bundeszentralamt für Steuern.
Auf Rover und Pawshake ab 18 Jahren. Jüngere können privat in der Nachbarschaft Hunde ausführen, am besten mit Zustimmung der Eltern und klaren Absprachen mit dem Halter.
Ja, wenn dich jemand fest anstellt, zum Beispiel ein Hundesitter-Betrieb oder ein Privathaushalt. Dann gilt die Minijob-Grenze von 603 € im Monat. Über Plattformen arbeitest du dagegen selbstständig.


