Das Wichtigste in Kürze
- Vermittler zahlen 12 bis 16 € pro Einheit, privat sind um die 20 € pro Stunde üblich.
- Preply behält 33 bis 18 % Provision, die Probestunde geht ganz an Preply.
- Nachhilfe ist freiberuflich: kein Gewerbe, meist keine Umsatzsteuer.
- Ab 603 € Gewinn im Monat bist du rentenversicherungspflichtig.
- Am meisten gefragt sind Mathe, Englisch und Deutsch.
So funktioniert Online-Nachhilfe
Du unterrichtest Schüler oder Studierende per Video, meist mit einem digitalen Whiteboard. Eine Einheit dauert bei den großen Anbietern 50 Minuten. Es gibt drei Wege zu Schülern:
- Vermittler mit festem SatzGoStudent oder Studienkreis teilen dir Schüler zu und zahlen einen festen Satz pro Einheit. Du musst keine Kunden suchen, verdienst aber weniger.
- Marktplatz mit ProvisionAuf Preply oder italki legst du deinen Preis selbst fest, die Plattform behält eine Provision und rechnet ab.
- Inserat ohne AbrechnungBei Superprof, TutorSpace oder Kleinanzeigen schaltest du eine Anzeige und rechnest direkt mit den Eltern ab.
Technik: Laptop oder PC mit Webcam, ein Headset und stabiles Internet. Preply lässt dich nur am Computer registrieren, GoStudent nutzt ein eigenes Klassenzimmer mit Whiteboard.
Was eine Stunde kostet: Preise nach Stadt und Fach
Wer privat Nachhilfe anbietet, verlangt in Deutschland im Mittel 20 € pro Stunde, online wie vor Ort. In großen Städten im Westen liegen die Preise höher:
| Stadt oder Land | Preis |
|---|---|
| Bonn | 24,50 € |
| Köln | 24 € |
| Berlin | 23 € |
| Hamburg | 23 € |
| Deutschland gesamt | 20 € |
| Sachsen-Anhalt | 17 € |
| Bielefeld | 15 € |
| Fach | Preis |
|---|---|
| Jura | 30 € |
| Klavier | 30 € |
| Informatik | 22 € |
| Geschichte | 15 € |
Median von 35.278 Angebotspreisen aus 20 Großstädten laut Preisindex des Vermittlers nachhilfeunterricht.de. Es sind Angebots-, keine tatsächlich gezahlten Preise.
Zum Vergleich: Eltern zahlen bei GoStudent 20 bis 35 € pro Einheit, die Lehrkraft bekommt davon 12 bis 16 €.
Was du realistisch verdienst
- GoStudentDer Basissatz liegt bei 12 bis 13 € pro 50-Minuten-Einheit, mit einer Mindestzahl an Stunden steigt er auf höchstens 15 bis 16 € (laut Trending Topics, März 2025). GoStudent wirbt mit bis zu 620 € im Monat bei 10 Einheiten pro Woche.
- PreplyBei einem Preis von 20 € bleiben dir anfangs 13,40 €, nach vielen Stunden 16,40 €. Die erste Probestunde mit einem neuen Schüler wird nicht bezahlt. Englisch-Lehrkräfte verlangen laut Preply im Schnitt 15 bis 30 €.
- Studienkreis und SchülerhilfeStudienkreis zahlt online bis 16 € pro Stunde inklusive Boni, die Schülerhilfe wirbt mit bis zu 1.000 € im Monat.
Ein Rechenbeispiel mit eigenen Schülern zu 20 € pro Stunde:
Bis 603 € Gewinn im Monat fällt keine Rentenversicherung an. Wer knapp darüber liegt, zahlt mindestens 112,16 € im Monat. Dazu kommt unbezahlte Zeit für Vorbereitung und Absprachen.
Diese Fächer sind am meisten gefragt
Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung bekommt jeder siebte Schüler Nachhilfe, Eltern geben dafür im Schnitt 87 € im Monat aus. So verteilen sich die Fächer:
Bei den Fremdsprachen ist vor allem Englisch gefragt. Wer Jura oder Informatik unterrichtet, kann höhere Preise verlangen.
Steuern und Anmeldung
Kein Gewerbe: Unterricht ist eine freiberufliche Tätigkeit nach § 18 EStG. Du meldest dich nur beim Finanzamt mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an, Gewerbesteuer fällt nicht an. Wer angestellt ist und mehr als 410 € im Jahr nebenbei verdient, muss eine Steuererklärung abgeben.
Umsatzsteuer: Unterricht von Privatlehrern ist nach § 4 Nr. 21 UStG steuerfrei. Diese Umsätze zählen auch nicht für die Kleinunternehmergrenze von 25.000 € im Vorjahr.
Übungsleiterpauschale: Bis zu 3.300 € im Jahr sind steuerfrei, aber nur, wenn du für eine gemeinnützige oder öffentliche Einrichtung unterrichtest, etwa eine Volkshochschule oder einen Verein. Für Nachhilfe über GoStudent, Preply oder direkt bei Eltern gilt sie nicht.
Meldung ans Finanzamt: Plattformen, über die du bezahlt wirst, müssen deine Einnahmen in der Regel ans Bundeszentralamt für Steuern melden, bei Dienstleistungen ab dem ersten Euro. Gib also alles in der Steuererklärung an.
Rentenversicherung: die Pflicht, die viele übersehen
Selbstständige Lehrer sind nach § 2 SGB VI rentenversicherungspflichtig, das gilt auch für Nachhilfe. Ausgenommen bist du nur, solange dein Gewinn aus der Tätigkeit höchstens 603 € im Monat beträgt (2027: 633 €).
Wichtig: Liegt dein Gewinn darüber, musst du dich innerhalb von drei Monaten bei der Deutschen Rentenversicherung melden. Der Beitrag beträgt 18,6 % des Gewinns, mindestens 112,16 € im Monat. Wer sich nicht meldet, muss Beiträge später nachzahlen.
Für Honorarkräfte von Instituten gilt eine Übergangsregel: Stellt sich heraus, dass sie eigentlich angestellt sind, greift die Versicherungspflicht als Arbeitnehmer erst ab 2028.
Nachhilfe als Schüler
Ab 13 Jahren dürfen Schüler mit Einwilligung der Eltern Nachhilfe geben, die Kinderarbeitsschutzverordnung nennt Nachhilfe ausdrücklich. Erlaubt sind höchstens zwei Stunden am Tag, nicht zwischen 18 und 8 Uhr und nicht während der Schulzeit. GoStudent und Preply nehmen erst ab 18 Jahren, Jüngere finden Schüler über Bekannte, die Schule oder Aushänge.
So startest du
- Fach und Zielgruppe wählenMathe, Englisch und Deutsch sind am meisten gefragt. Entscheide, ob du Grundschüler, Oberstufe oder Studierende unterrichten willst.
- Technik einrichtenWebcam, Headset, ruhiger Raum und ein digitales Whiteboard. Mach einen Probelauf mit Freunden.
- Profil anlegenAuf ein bis zwei Plattformen ein Profil mit Foto, kurzem Vorstellungsvideo und klarem Preis erstellen.
- Beim Finanzamt meldenFragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen. Bei mehr als 603 € Gewinn im Monat die Rentenversicherung informieren.
- Bewertungen sammelnDie ersten Schüler zu einem fairen Preis unterrichten und um Bewertungen bitten. Danach kannst du den Preis erhöhen.
Vor- und Nachteile
Das spricht dafür
- Von zu HauseLaptop, Headset und stabiles Internet reichen, Fahrtzeit fällt weg.
- Kein Gewerbe nötigUnterricht ist eine freiberufliche Tätigkeit, eine Meldung beim Finanzamt genügt.
- Meist keine UmsatzsteuerUnterricht von Privatlehrern ist von der Umsatzsteuer befreit.
- Freie ZeiteinteilungDu bestimmst, wie viele Stunden du pro Woche anbietest.
Das spricht dagegen
- Plattformsätze nahe am MindestlohnGoStudent zahlt 12 bis 16 € pro Einheit, die Vorbereitung ist unbezahlt.
- RentenversicherungspflichtAb 603 € Gewinn im Monat musst du dich selbst rentenversichern.
- AusfälleSagt ein Schüler ab, wird die Stunde nur teilweise oder gar nicht bezahlt.
- WettbewerbAuf Preply konkurrierst du weltweit um Schüler, gerade bei Englisch.
Häufige Fragen zur Online-Nachhilfe
Über Vermittler wie GoStudent oder Studienkreis bekommst du 12 bis 16 € pro Einheit. Wer selbst inseriert, verlangt meist um die 20 € pro Stunde, in Bonn oder Köln eher 24 €. Auf Preply bleiben dir von 20 € je nach Provision 13,40 bis 16,40 €.
Nein. GoStudent, Studienkreis und Schülerhilfe verlangen das (Fach-)Abitur, ein Lehramtsstudium braucht niemand. Preply verlangt kein Zertifikat, aber ein Vorstellungsvideo. Auf den großen Plattformen musst du mindestens 18 Jahre alt sein.
Nein. Unterricht ist eine freiberufliche Tätigkeit nach § 18 EStG. Du meldest dich nur beim Finanzamt mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an. Gewerbesteuer fällt nicht an.
In der Regel nicht. Unterricht von Privatlehrern ist nach § 4 Nr. 21 UStG steuerfrei, und solche Umsätze zählen nicht einmal für die Kleinunternehmergrenze von 25.000 €.
Nur, wenn du für eine gemeinnützige oder öffentliche Einrichtung unterrichtest, etwa eine Volkshochschule oder einen Verein. Dann sind bis zu 3.300 € im Jahr steuerfrei. Für Nachhilfe über GoStudent, Preply oder direkt bei Eltern gilt sie nicht.
Ja, sobald dein Gewinn aus der Nachhilfe über 603 € im Monat liegt. Selbstständige Lehrer sind nach § 2 SGB VI pflichtversichert. Du musst dich innerhalb von drei Monaten bei der Rentenversicherung melden, der Mindestbeitrag liegt 2026 bei 112,16 € im Monat.
Schüler ab 13 Jahren dürfen mit Einwilligung der Eltern Nachhilfe geben, höchstens zwei Stunden am Tag und nicht zwischen 18 und 8 Uhr. Die großen Plattformen nehmen erst ab 18 Jahren, Jüngere finden Schüler über Bekannte oder Aushänge.
Wer seinen Preis selbst bestimmen will, ist bei Preply gut aufgehoben, vor allem für Sprachen. Wer keine Kunden suchen will, startet bei GoStudent. Am meisten bleibt dir, wenn du über Superprof, TutorSpace oder Kleinanzeigen eigene Schüler findest und direkt abrechnest.


