Crowdinvesting Vergleich 2026: Plattformen für Immobilien, Startups & Co. | Finanzherr

Die wichtigsten Crowdinvesting-Plattformen im Vergleich

Acht ausgewählte Plattformen aus den vier Hauptkategorien – jeweils mit Sitz, Marktstart und Mindestanlage.

Anbieter Kategorie Am Markt seit Min. Trustpilot
Exporo 🏆 Finanzherr Tipp
🏠 Immobilien 2014 500 € ★★★ 3,4 Link
Bergfürst
🏠 Immobilien 2011 10 € ★★★ 3,1 Link
Seedrs 🏆 Finanzherr Tipp
🚀 Startups 2012 10 € ★★★★ 3,9 Link
Companisto
🚀 Startups 2012 100 € ★★★ 3,3 Link
Kapilendo
🏢 Mittelstand 2016 100 € k. A. Link
Moneywell
🏢 Mittelstand 2018 100 € ★★★ 3,7 Link
bettervest
🌱 Grüne Energie 2012 50 € ★★★ 3,5 Link
ecoligo
🌱 Grüne Energie 2016 500 € ★★★★ 4,0 Link

Trustpilot-Bewertungen basieren auf öffentlich verfügbaren Daten zum oben genannten Stichtag. Logos werden in WordPress als Mediathek-Bilder eingebunden.

⚠️ Wichtig vorab: Crowdinvesting ist keine sichere Anlage. Es gibt keine staatliche Einlagensicherung wie bei Bankkonten. Anders als bei Aktien oder ETFs investierst du oft in nachrangige Darlehen – das heißt: Im Insolvenzfall des Unternehmens stehst du ganz hinten in der Schlange und siehst dein Geld in der Regel nie wieder. Totalverlust ist ein realistisches Szenario, besonders bei Startup-Investments.

Wie funktioniert Crowdinvesting?

Crowdinvesting heißt: Viele Privatanleger investieren gemeinsam kleine Beträge in ein Projekt oder Unternehmen – und bekommen dafür Zinsen oder eine Gewinnbeteiligung.

Crowdinvesting (englisch auch Equity Crowdfunding) ist eine Form der Schwarmfinanzierung, bei der sich Privatpersonen mit oft kleinen Beträgen an Unternehmen, Immobilien oder Energieprojekten beteiligen. Statt klassisch bei einer Bank um einen Kredit zu bitten, holt sich der Kapitalsuchende sein Geld direkt von der „Crowd", also der Anlegergemeinschaft.

Im Gegensatz zum P2P-Lending, bei dem Privatkredite zwischen Personen vermittelt werden, geht es beim Crowdinvesting meist um größere, projektbezogene Finanzierungen: ein Immobilienprojekt, ein wachsendes Startup oder eine Photovoltaikanlage in Afrika.

1

Kapitalbedarf

Ein Projektbetreiber (z. B. ein Immobilienentwickler) braucht 1 Mio. € und stellt sein Projekt bei einer Plattform vor.

2

Plattform prüft

Die Plattform prüft Geschäftsmodell, Bilanzen und Risiken, stellt das Projekt online und gibt Konditionen vor.

3

Crowd investiert

Du investierst z. B. 500 € in das Projekt – zusammen mit hunderten anderer Anleger, die die Finanzierungssumme aufbringen.

4

Zinsen & Exit

Du bekommst während der Laufzeit Zinsen und am Ende dein Kapital zurück – oder bei Startups: Gewinnbeteiligung beim Exit.

Die beworbenen Renditen liegen meist zwischen 4 % (sichere Immobilienprojekte) und 10 %+ (Startups, riskantere Mittelstandsprojekte). Aber Vorsicht: Das ist nicht die Rendite, die du tatsächlich einstreichst. Die echte Nettorendite hängt stark von der Ausfallquote ab – und die ist in einigen Bereichen alles andere als gering.

Die 4 Crowdinvesting-Kategorien

Jede Kategorie hat ihr eigenes Risikoprofil, ihre eigene Renditeerwartung und ihre eigene Logik. Hier der Überblick.

🏠 Immobilien-Crowdinvesting

Du finanzierst Immobilienprojekte mit – meist Neubauten oder Sanierungen. Typischerweise als Nachrangdarlehen mit festen Zinsen (5–7 % p. a.) und Laufzeiten von 1–3 Jahren. Vorteil: kürzere Laufzeit, klar definierte Zinsen. Nachteil: Im Krisenfall (wie 2023 bei vielen deutschen Bauträgern) gehen die Projekte reihenweise pleite – Exporo und Co. mussten zahlreiche Insolvenzen verkraften.

🚀 Startup-Crowdinvesting

Hier investierst du in junge Wachstumsunternehmen, oft in Pre-Seed oder Seed-Phase. Die Anlageform ist meist ein partiarisches Darlehen oder Genussrecht mit Erfolgsbeteiligung beim Exit. Renditechancen sind extrem hoch, wenn das Startup zum Unicorn wird – aber realistisch gehen 80–90 % aller Startups pleite. Hier gilt: 9 von 10 Investments können auf null gehen, das eine erfolgreiche muss alles auffangen.

🏢 Mittelstand-Crowdinvesting

Etablierte Unternehmen (oft 5–20 Jahre alt) holen sich Wachstumskapital von der Crowd. Risikoprofil liegt zwischen Immobilien und Startups: weniger volatil als Startups, dafür aber auch geringere mögliche Renditen (typisch 5–8 % p. a.). Eignet sich für Anleger, die real existierende Geschäfte unterstützen wollen.

🌱 Grüne-Energie-Crowdinvesting

Du finanzierst Erneuerbare-Energien-Projekte: Solaranlagen in Afrika (ecoligo), Energieeffizienz-Maßnahmen für Unternehmen (bettervest) oder Windparks. Renditen meist zwischen 4–6 % p. a.. Vorteil: Du tust gleichzeitig etwas für die Umwelt. Nachteil: Sehr lange Laufzeiten (oft 5–10 Jahre), Wechselkursrisiken bei Auslandsprojekten.

Vor- und Nachteile von Crowdinvesting

Eine ehrliche Gegenüberstellung – die Nachteile wiegen bei Crowdinvesting meiner Erfahrung nach häufig deutlich schwerer als bei klassischen Anlageformen wie ETFs.

✅ Vorteile

  • Niedrige Einstiegshürde: Bei einigen Plattformen schon ab 10 € pro Projekt.
  • Direkter Bezug zur Realwirtschaft: Du finanzierst echte Projekte – Gebäude, Unternehmen, Solaranlagen.
  • Diversifikationsergänzung: Geringe Korrelation zum Aktienmarkt.
  • Höhere Renditen möglich: 4–10 % p. a. liegen über Festgeld und Anleihen.
  • Sinnvolle Geldanlage: Vor allem bei grünen Projekten – mit Impact-Aspekt.
  • Klare Laufzeiten: Anders als bei Aktien weißt du, wann dein Geld theoretisch zurückkommt.

⚠️ Nachteile & Risiken

  • Keine Einlagensicherung: Anders als bei Banken kein Schutz – Totalverlust möglich.
  • Nachrangdarlehen-Falle: Im Insolvenzfall stehst du ganz hinten – nach Banken und Lieferanten. Du siehst dein Geld meistens nie wieder.
  • Hohe Ausfallquoten: Bei Startups gehen historisch 70–90 % pleite. Bei Immobilien-Crowdinvesting waren 2023 zahlreiche Projekte betroffen.
  • Keine Mitspracherechte: Du gibst Kapital, hast aber keinerlei Einfluss auf Entscheidungen.
  • Liquiditätsfalle: Bis zum Laufzeitende oder Exit kommst du nicht an dein Geld. Sekundärmärkte gibt es kaum.
  • Intransparente Bewertungen: Bei Startups setzen Gründer die Bewertung selbst – das ist oft viel zu hoch.
  • Steuerlich komplex: Zinsen, Quellensteuern, Verluste – einiges davon ist steuerlich nicht abziehbar.
  • Plattform-Risiko: Geht die Plattform pleite, ist die Abwicklung kompliziert und dauert Jahre.
  • Verwässerungsrisiko: Bei Startups: Folgefinanzierungen können deinen Anteil massiv verwässern.
💭 Meine ehrliche Einschätzung: Crowdinvesting klingt sympathisch – du finanzierst echte Projekte, statt anonyme Konzern-Aktien zu kaufen. Aber rein renditetechnisch betrachtet ist es oft schlechter als ein ETF: Die beworbenen 6 % Rendite schmelzen nach Ausfällen und Steuern auf 2–4 % – bei deutlich höherem Risiko. Wenn überhaupt, dann als Beimischung von max. 5 % deines Vermögens, mit klarem Bewusstsein für die Totalverlust-Möglichkeit.

Erfolgsgeschichten & Pleiten

Damit du ein Gefühl dafür bekommst, was alles möglich ist – die ehrliche Mischung aus Hit-Stories und Totalverlust-Beispielen.

🚀
Revolut (UK)
Seedrs · 2017

Bei der Seedrs-Kampagne 2017 sammelte Revolut 4 Mio. € bei ~4.000 Investoren ein. Bewertung damals: 350 Mio. €. Heute ist die Neobank über 45 Mrd. € wert – die Crowd-Investoren haben ihren Einsatz vervielfacht.

+100× Rendite
🍻
BrewDog (UK)
Crowdcube · 2010–2020

Die schottische Craft-Beer-Brauerei holte sich über 10 Jahre rund 80 Mio. € von 200.000 Crowd-Investoren. Beim Bewertungs-Hoch 2020 (~2 Mrd. €) hätten frühe Investoren ~3.000 % Rendite machen können. Aktuell deutlich gefallen.

+30× zum Peak
📉
German Property Group
Crowdinvesting · 2020

Die deutsche Immobilien-Gruppe sammelte rund 1 Mrd. € von vor allem britischen und asiatischen Anlegern ein – größtenteils auch über Crowd-Plattformen. 2020 Insolvenz, Verdacht auf Anlagebetrug. Bis heute kein Cent an die Anleger zurückgezahlt.

Totalverlust
🍩
Eve Sleep
Crowdcube · 2017

Matratzen-Startup, das nach Crowdfunding 2017 an die Börse ging (Bewertung 140 Mio. £). 2022 dann Insolvenz – Aktie wurde wertlos. Auch die Crowd-Investoren der Vor-IPO-Runde verloren ihr Geld komplett.

Totalverlust
🌞
ecoligo Solar Ghana
ecoligo · 2019

Photovoltaik-Anlage für eine Fabrik in Ghana. Die Anlage wurde wie geplant gebaut, Zinsen kamen pünktlich, Rückzahlung erfolgte termingerecht nach 5 Jahren. Solides Investment mit 5,5 % p. a. – kein Spektakel, aber zuverlässig.

+5,5 % p.a.
🏗️
Project Berlin (Exporo)
Exporo · 2022

Wohnungsbauprojekt in Berlin-Spandau. Geplante Laufzeit 18 Monate, Zins 5,5 %. Bauverzögerung wegen Insolvenz des Bauträgers 2023. Anleger warteten 18 Monate länger, bekamen am Ende ~85 % zurück. Klassisches Problemprojekt.

-15 % Verlust
📊 Was die Statistik wirklich sagt: Bei deutschen Crowdinvesting-Projekten lag die Insolvenzquote in den letzten Jahren bei rund 15–25 % – je nach Quelle und Kategorie. Selbst „erfolgreiche" Projekte enden oft mit Verzögerungen und Teilausfällen. Die wenigen Riesenerfolge wie Revolut sind die Ausnahme, nicht die Regel.

Risiken im Detail: Das musst du wirklich wissen

Statt Floskeln hier die konkreten Risiken, die in der Werbung der Plattformen meist untergehen.

1. Das Nachrangdarlehen-Problem

Bei den meisten Crowdinvesting-Plattformen investierst du nicht direkt in Eigenkapital, sondern in ein partiarisches Nachrangdarlehen. Das bedeutet: Im Insolvenzfall werden zuerst alle anderen Gläubiger bedient (Banken, Lieferanten, Mitarbeiter, Steuern). Erst danach – wenn überhaupt noch etwas übrig ist – kommst du dran. In 90 % der Pleitefälle bekommen Crowd-Anleger nichts oder fast nichts zurück.

2. Das Bewertungsproblem bei Startups

Wenn ein Startup auf Companisto oder Seedrs eine Bewertung von 5 Mio. € ansetzt, ist das oft die Wunschvorstellung der Gründer – nicht der tatsächliche Marktwert. Professionelle VC-Investoren würden in einer normalen Runde womöglich nur 2 Mio. € zahlen. Das heißt: Du kaufst überteuert ein. Bei der nächsten echten Runde wirst du dann verwässert oder die Bewertung wird heruntergesetzt.

3. Die Immobilien-Welle 2023

Mit dem rapiden Zinsanstieg 2022/23 sind in Deutschland zahlreiche Bauträger in Schieflage geraten. Exporo hatte alleine 2023 über ein Dutzend Projekte mit Verzögerungen oder Insolvenzen. Bergfürst, iFunded und Zinsbaustein hatten ähnliche Probleme. Die Branche steckt aktuell in der Konsolidierung – einige Plattformen sind selbst betroffen.

4. Das Liquiditätsproblem

Anders als bei Aktien kannst du dein Geld nicht einfach abziehen, wenn dir das Investment nicht mehr gefällt. Bei Immobilien-Crowdinvesting bist du bis zum Projektende gebunden, bei Startups oft 5–10 Jahre. Ein paar Plattformen (z. B. Bergfürst, Seedrs) bieten Sekundärmärkte, aber dort werden Anteile häufig mit großem Abschlag gehandelt.

5. Was bedeutet das für dich?

  1. Diversifikation ist Pflicht. Mindestens 15–20 verschiedene Projekte, am besten über mehrere Kategorien und Plattformen.
  2. Nie mehr als 5 % des Vermögens. Behandle es als Spielgeld, dessen Totalverlust dich nicht schmerzt.
  3. Geduld einplanen. Dein Geld ist mindestens 1–3 Jahre weg, oft länger.
  4. Lass dich nicht von Renditeversprechen blenden. 8 % klingen gut, aber rechne mit 50 % Wahrscheinlichkeit auf Verzögerung oder Teilverlust.

Die Anbieter im Detail

Kurze, ehrliche Steckbriefe zu allen acht Vergleichs-Plattformen.

🏆 Exporo – Der Immobilien-Marktführer Finanzherr Tipp

Exporo (Hamburg, seit 2014) ist Deutschlands bekannteste Immobilien-Crowdinvesting-Plattform mit über 50.000 Anlegern und einem vermittelten Volumen von 1 Mrd. €+. Vorteil: Riesige Erfahrung, professionelle Projektaufbereitung, Sekundärmarkt vorhanden. Nachteil: Die Krise 2023 traf Exporo hart, mehrere Projekte fielen aus. Trotzdem: Im Immobilien-Crowdinvesting derzeit die solideste Wahl, vor allem für Einsteiger.

Bergfürst – Der Pionier

Bergfürst (Berlin, seit 2011) ist die älteste deutsche Crowdinvesting-Plattform. Fokus auf Bestandsimmobilien mit relativ kurzen Laufzeiten (1–3 Jahre). Niedrige Mindestanlage von 10 € – gut für Streuung. Sekundärmarkt vorhanden. Allerdings: Auch hier waren 2023 mehrere Projekte mit Verzögerungen betroffen. Kleinere Auswahl als Exporo, aber mit eigener Nische.

🏆 Seedrs – Die europäische Startup-Plattform Finanzherr Tipp

Seedrs (London, seit 2012) ist die größte europäische Startup-Crowdinvesting-Plattform. Über 1.500 erfolgreich finanzierte Startups, einige Riesenerfolge dabei (Revolut, Curve, BrewDog). Vorteil: Niedrige Mindestanlage (10 €), aktiver Sekundärmarkt, gute Auswahl von Pre-Seed bis Pre-IPO. Nachteil: Englischsprachige Plattform, britische Steuer-Implikationen für deutsche Anleger. Trotzdem meine klare Empfehlung im Startup-Bereich.

Companisto – Der deutsche Klassiker

Companisto (Berlin, seit 2012) hat über 200.000 registrierte Anleger und finanziert vor allem deutsche und österreichische Startups. Vorteil: Komplett auf Deutsch, persönliche Betreuung, etablierter Ruf. Nachteil: Mindestanlage von 100 € ist höher als bei Seedrs, weniger internationale Diversifikation. Hat in den letzten Jahren das Geschäftsmodell mehrfach umgestellt – aktuell Fokus auf größere Wachstumsfinanzierungen.

Kapilendo – Etablierter Mittelstand

Kapilendo (Berlin, seit 2016) finanziert vor allem etablierte mittelständische Unternehmen mit Wachstumsbedarf. Renditen typischerweise 5–8 % p. a., Laufzeiten 2–5 Jahre. Mindestanlage 100 €. Die Plattform hat in den letzten Jahren mehrfach den Fokus verändert – mal mehr Mittelstand, mal mehr Tokenisierung. Aktuell solide Mittelstandsplattform, aber weniger Projekte als früher.

Moneywell – Der Spezialist

Moneywell (Nürnberg, seit 2018) finanziert „Grown-Up Investments" – also etablierte Unternehmen mit funktionierendem Geschäftsmodell. Mindestanlage 100 €, Renditen 5–8 %. Kleiner als die Konkurrenz, dafür mit sehr individuell aufbereiteten Angeboten. Eignet sich gut als Beimischung neben Kapilendo.

bettervest – Energieeffizienz mit Impact

bettervest (Frankfurt, seit 2012) finanziert vor allem Energieeffizienz-Projekte – etwa LED-Umrüstungen in Krankenhäusern oder Heizungssanierungen in Hotels. Auch Solaranlagen in Schwellenländern. Mindestanlage 50 €. Renditen meist 5–7 % p. a., Laufzeiten 3–7 Jahre. Ideal, wenn du Impact-Investments machen willst – aber lange Laufzeiten.

ecoligo – Solar in Schwellenländern

ecoligo (Berlin, seit 2016) finanziert ausschließlich Photovoltaik-Anlagen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Du finanzierst quasi den lokalen Mittelstand bei der Energiewende. Renditen 4–6 %, Laufzeiten 5–10 Jahre. Sehr klarer Impact, aber höhere Mindestanlage (500 €) und Wechselkursrisiken bei einigen Projekten.

FAQ · Häufige Fragen zu Crowdinvesting

Die wichtigsten Fragen rund um Crowdinvesting – kurz und ehrlich beantwortet.

Ist Crowdinvesting eine sichere Geldanlage?

Nein. Crowdinvesting ist eine hochriskante Anlageform ohne staatliche Einlagensicherung. Im Worst Case verlierst du dein gesamtes investiertes Kapital – das passiert in der Praxis regelmäßig, vor allem bei Startups und in Krisenphasen bei Immobilien.

Faustregel: Nie mehr als 5 % deines Gesamtvermögens, und nur Geld, dessen Totalverlust du verkraften kannst.

Wie viel Rendite kann ich realistisch erwarten?

Die Plattformen bewerben je nach Kategorie zwischen 4 % (Immobilien) und 15 %+ (Startups). In der Praxis musst du davon abziehen:

Ausfälle (15–25 % bei Immobilien, 70–90 % bei Startups)
Steuern (~26,4 % Abgeltungsteuer + Soli)
Inflationsausgleich (~3 % p. a.)

Realistische Nettorendite: Bei Immobilien 2–4 %, bei Startups extrem volatil (kann komplett 0 € sein oder eben 100×). Im Schnitt: kaum besser als ein guter ETF, bei deutlich mehr Risiko.

Was ist der Unterschied zwischen Crowdinvesting und P2P-Krediten?

Beides ist Schwarmfinanzierung – aber unterschiedlich aufgebaut:

P2P-Kredite (siehe P2P-Vergleich) sind klassische Privatkredite zwischen Personen, mit festen Zinsen und kurzen Laufzeiten (1–24 Monate).

Crowdinvesting ist Projektfinanzierung – meist als Nachrangdarlehen oder Eigenkapital-ähnliche Beteiligung. Längere Laufzeiten, höhere Beträge, oft mit Erfolgsbeteiligung beim Exit.

Wie funktioniert die Besteuerung?

Zinsen aus Crowdinvesting sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungsteuer (25 %) plus Soli (5,5 % darauf) und ggf. Kirchensteuer.

Bei deutschen Plattformen wird die Steuer meist automatisch abgeführt. Bei ausländischen Plattformen (z. B. Seedrs in UK) musst du die Gewinne selbst in der Anlage KAP angeben.

Bei Startup-Investments: Wenn das Startup pleitegeht, sind Verluste steuerlich nur eingeschränkt abziehbar – das ist eine echte Schwäche der Anlageform.

Was ist ein Nachrangdarlehen?

Ein Nachrangdarlehen ist ein Kredit, der im Insolvenzfall nachrangig behandelt wird. Das heißt: Wenn das Unternehmen pleitegeht, werden zuerst alle anderen Gläubiger ausbezahlt – Banken, Lieferanten, Mitarbeiter, Steuern. Erst wenn danach noch etwas übrig ist, bekommst du als Nachrangdarlehensgeber etwas.

In der Praxis ist nach allen vorherigen Gläubigern fast nie etwas übrig. Deshalb gilt: Nachrangdarlehen = Totalverlust-Risiko im Insolvenzfall.

Welche Plattform ist die beste für Einsteiger?

Für den unkomplizierten Einstieg empfehle ich Exporo (Immobilien) oder Seedrs (Startups) – beide haben gute Aufbereitung, niedrige Einstiegshürden und eine breite Projektauswahl.

Wer möglichst klein und ohne Risiko starten will, kann mit 10 € bei Seedrs oder Bergfürst beginnen und einfach mal das Konzept erleben. Wichtig: Plane mindestens 10–15 verschiedene Investments ein, um halbwegs zu diversifizieren.

Wie diversifiziere ich richtig?

Drei Diversifikationsebenen sind wichtig:

1. Projekte: Mindestens 15–20 verschiedene Investments – nicht alles in ein einzelnes Projekt stecken.

2. Kategorien: Verteile zwischen Immobilien, Startups, Mittelstand und Energie – die Risiken korrelieren wenig miteinander.

3. Plattformen: Nicht alles auf eine Plattform setzen. Falls eine ausfällt oder pleitegeht, hast du noch Investments auf anderen.

Für eine sinnvolle Diversifikation brauchst du daher meist mindestens 1.500–3.000 € Gesamtinvestment.

Was passiert, wenn die Plattform pleitegeht?

Die Plattformen sind meist nur Vermittler – das heißt: Selbst wenn die Plattform pleitegeht, bestehen deine Investmentverträge mit den Projektbetreibern direkt weiter. Theoretisch.

In der Praxis ist die Abwicklung jedoch extrem mühsam: Wer kümmert sich um Zinszahlungen, Berichte und Rückführung? Die Erfahrungen aus früheren Plattform-Insolvenzen zeigen, dass Anleger oft Jahre auf ihr Geld warten und am Ende einen erheblichen Teil verlieren.

Tipp: Streue über mehrere Plattformen, um dieses Risiko zu begrenzen.

Kann ich meine Anteile vorzeitig verkaufen?

Eingeschränkt. Bergfürst und Seedrs bieten Sekundärmärkte, auf denen du deine Anteile anbieten kannst. Aber: Käufer findest du dort selten zum vollen Preis – meist nur mit Abschlag von 10–30 %.

Bei den anderen Plattformen gibt es keinen Sekundärmarkt. Du bist bis zum Projektende oder Exit gebunden – oft 1–3 Jahre bei Immobilien, 5–10 Jahre bei Startups.

Lohnt sich Crowdinvesting im Vergleich zu ETFs?

Aus reiner Rendite-Perspektive: Nein. Ein breit gestreuter Welt-ETF (z. B. FTSE All-World) liefert historisch 7–8 % p. a. – bei deutlich geringerem Risiko, voller Liquidität und einfacherer Steuer.

Crowdinvesting kann als Beimischung von 1–5 % sinnvoll sein, wenn du:

• Spaß an konkreten Projekten und Stories hast
• bewusst in Impact-Themen wie grüne Energie investieren willst
• Geld übrig hast, dessen Totalverlust dich nicht schmerzt

Als Hauptanlage aber definitiv nicht geeignet.

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Bei mit (*) markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Durch die Nutzung dieser Links entstehen für dich keine Mehrkosten – Finanzherr erhält jedoch eine kleine Provision. Alle Informationen wurden mit größter Sorgfalt recherchiert (Stand: ), stellen aber keine Anlage- oder Steuerberatung dar. Crowdinvesting ist eine hochriskante Anlageform mit der Gefahr des Totalverlusts. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.